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Test – Valhalla Knights 3

Test – Valhalla Knights 3

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15.03.2014

Schon zu PSP Zeiten fand Valhalla Knights sowohl in Japan als auch in den USA regen Anklang. Es ist eine logische Konsequenz, dass Marvelous AQL sich dazu entschied, auch auf der PS Vita weiterzumachen. Dank Publisher XSEED Games dürfen auch wir seit dem 23. Oktober 2013 in die Schlacht ziehen. Wir haben uns den Titel genauer angeschaut und sagen euch, ob die Fortsetzung  gelungen ist.

Der legendäre Schatz

Zu Beginn des Spiels werdet ihr aufgefordert, euren eigenen Charakter zu erstellen. Aussehen, Stimme, Größe, Persönlichkeit und natürlich einer der 20 vorhandenen Rassen und Klasse ausgewählt beginnt euer Abenteuer. Die Welt wird bedroht von einem mächtigen König, welcher den ganzen Kontinent unterworfen hat. Als letzte Hoffnung wurdet ihr von eurem verstoßenen König in die Welt hinaus geschickt, um einen legendären Schatz zu suchen, welcher in einem alten, mit Banditen, Räubern und Mördern besetzten, aber quicklebendige Gefängnis versteckt sein und den Tyrannen zur Niederlage zwingen soll. Serviert bekommt ihr die Geschichte in englischen oder japanischen Texten, welche hier und da mit Sprachausgaben ergänzt wird.

Ein Schlachtfeld

Das Rollenspiel greift auf eine offene Welt zu, in der ihr die Kämpfe ähnlich wie in Skyrim ohne besonderen Schauplatz sondern gleich vor Ort bestreitet. Je nachdem, wie ihr euren Gegner angreift, eröffnet sich ein Kampffeld, in dem sich die hinter dem Ziel stehende Gruppe zeigt. Mit einer möglichen Konstellation von bis zu 14 Charakteren ergeben sich wahre Schlachtfelder, wobei die Gruppen fair auf 7-gegen-7 aufgeteilt sind. Klassisch stehen euch die Steuerungsmöglichkeiten Angreifen, Blocken und die Verwendung von klassenspezifischen Spezialfähigkeiten zur Verfügung. Mit Kommandos könnt ihr eure Gruppe taktisch steuern. Die Steuerung ist dabei recht schwerfällig. Zum Angriff muss ein Rhythmus getroffen und Aktionen können nicht abgebrochen für z.B. Blocken abgebrochen werden. Das Nutzen von Skills, Kommandos und Gegenständen ist auf acht Slots begrenzt, welches sich früh als zu wenig herausstellt und euch stark in euren Möglichkeiten einschränkt. Gut ist jedoch, dass ihr via Select jederzeit zwischen euren Party-Mitgliedern wechseln könnt und ihr so nicht an euren Charakter und seine Klasse gebunden seid. Eure Mitstreiter agieren basierend auf ihrer Persönlichkeit. Während einer darauf beruht ist, bedacht in den Kampf zu gehen oder eher als Verteidiger fungiert, sind andere wiederum aggressiver. Auch das Nutzen von Skills wird damit beeinflusst.

Im Schneckentempo vorwärts

Wie in jedem Rollenspiel auch, bekommt ihr für jeden Gegner Erfahrungspunkte, mit denen ihr im Level aufsteigt. Parallel dazu erwerbt ihr sogenannte Skillpoints, die zur Ausbildung eurer Charaktere in den verschiedenen Skillklassen  benötigt werden. Jede Klasse besitzt 10 Skills, welche sich in aktiv und passiv unterscheiden. Erstere nehmen direkten Einfluss auf den Kampf wie z.B. Kombos, Magie oder Heilung, letztere stärken die allgemeinen Statistikwerte um ein Vielfaches. Das Skillsystem ist dabei linear aufgebaut, heißt für euch, dass ein Skill gekauft werden muss, damit sich der Nachfolgende freischalten lässt. Die Anzahl der benötigten Punkte steigt jedoch überproportional an, ebenso auch die benötigten Erfahrungspunkte pro Level.  Dadurch und mit dem stark ansteigenden Levelzuwachs eurer Gegner erreicht das Spiel einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad, welcher nur durch langwieriges Training kompensiert werden kann. So rückt die so schon nicht überzeugende Geschichte in den Hintergrund. Aufgrund der wenig vorhandenen Nebenquests hat man auch in dieser Hinsicht keine Abwechslung. So bleibt einem nur das Übel, über einen längeren Zeitpunkt immer an der gleichen Stelle zu verweilen.

Do it yourself. Or Not.

Euer siebenköpfiges Team könnt ihr im späteren Verlauf selber zusammenstellen. Dabei obliegt es euch, einen vorgefertigten Charakter oder einen komplett Blanken zu kaufen. Selbstverständlich kostet Ersteres mehr, dafür müsst ihr weniger Zeit in seine Ausbildung investieren. Geld ist im Spiel jedoch absolute Mangelware. Zu viele Tränke und andere Hilfsstoffe müssen gekauft, Mitstreiter wiederbelebt oder NPC zum Handeln bezahlt werden. Einzige Geldquelle sind gefallene Gegner, die geplündert werden müssen, um nützliche oder nichtnützliche Ausrüstung oder einen kleinen Betrag an Gold zu bekommen. Dies verstärkt den so schon nötigen Aufwand, den man in das Spiel aufgrund der Charakterentwicklung einsetzen muss. Ihr könnt aber auch diverse NPC ansprechen, sie beschenken und nach einem erotischen Minispiel für euch kämpfen lassen. Allgemein finden sich im Spiel überall Anspielungen, sei es in den zweideutigen Dialogen oder der simplen Aufmachung der computergesteuerten Charaktere. Es lässt sich schwer sagen, was die Entwickler damit bezwecken wollen.

Auf dem alten Stand

Denn zur Atmosphäre trägt es nicht bei, die bei dem seltsamen Setting nicht wirklich aufkommen will. Grund hierfür liegt in der mangelnden technischen, grafischen und musikalischen Umsetzung des Spiels. Letzteres kann als Hauptankerpunkt der Atmosphäre besteht aus einer langweiligen, sich ständig wiederholenden Soundkulisse, die stark aufgesetzt wirkt. Grafisch versuchen die Entwickler, viele Details in die Abschnitte zu einzubauen. Das wird allerdings mit einer geringen Auflösung, schwammigen Texturen, nicht abgestimmten Animationen sowie selbst in kleinen Gebieten häufigen und langen Ladezeiten bezahlt.

Fazit: Valhalla Knights 3 scheint nicht konsequent durchdacht worden zu sein. Einerseits versucht man, den Spieler mit umfangreichen Individualisierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, einem ansprechenden Schwierigkeitsgrad sowie große Schlachten in einer möglichst hohen Spielzeit zu befriedigen. Auf der anderen Seite haben sie die so wichtige Balance eines Rollenspiels vernachlässigt, der die Motivation zum Weiterspielen aufrechterhält. So steht es sich mit seinem zu hohen Schwierigkeitsgrad, dem Skillsystem sowie den wenigen Nebenquests selber im Weg, sodass durch das viele, notwendige Töten von Monstern die eigentliche Geschichte in den Hintergrund rückt. Die langen Ladezeiten sowie die künstlerische Darstellung des Spiels tun hier ihr Übriges.

Die Empfehlung richtet sich daher auf die, die auf der Suche nach einer sehr großen Herausforderungen sind und sich nicht dafür zu schade sind, den Großteil der Spielzeit mit Ladezeiten und Grinden zu verbringen.

Lars Leidenschaftlicher Gamer, Ehemann und IT-Berater. Liebt seine PS Vita, seinen Hund und Wordpress. Seit 2011 Redakteur und seit 2013 Administrator und Webmaster von yourPSVita.

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