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Test – LEGO Batman 3: Jenseits von Gotham

Test – LEGO Batman 3: Jenseits von Gotham

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22.03.2015 – Test

LEGO ist wohl ein Phänomen, dass in allzu naher Zukunft nicht abflauten wird: Erst die Klötzchen, dann die Spiele und zuletzt ein überaus erfolgreicher, eigener Film. Die LEGO Batman-Reihe war eines der ersten Experimente: Schon zwei Auftritte hatte der geflügelte Rächter gehabt. Seit dem 13.11.2014 kehrt Batman nun für sein drittes Abenteuer zurück. Dieses Mal werdet ihr nicht nur Gotham retten sondern auch den gesamten Weltraum. Ob LEGO Batman der Held ist, den die PS Vita verdient, erfährt ihr bei uns im Test.

Ein Stück Kindheit

Schon als Kind war ich ein großer Fan der bunten Bauklötze. Diese Liebe hat sich auch auf die LEGO-Spiele übertragen. Das spaßige an Lego war schon immer die Langzeitmotivation, die ich mir auch bei der PS Vita-Version wünsche. Insbesondere kombinieren diese Spiele Kampf- und Rätselelemente sehr gut miteinander. Aber da ich nicht LEGO spiele sondern LEGO Batman, will ich auch den maskierten Rächer in Aktion sehen. Grundsätzlich ist Batman für seine Kampfkunst und seine vielseitigen Gadgets bekannt. Ein Einsatz solcher Gadgets wäre zumindest wünschenswert. Natürlich ist Batman nicht der einzige Charakter seines Universums. Vielmehr gibt es eine Reihe weiterer Helden und Schurken, die einen Auftritt verdient haben z.B. Robin, Joker, Nightwing, Pinguin oder Killer Croc. Grafisch kann ich nur verlangen, dass die wichtigen Orte ihrem Original nachempfunden ist, weil die typische Lego-Grafik schon vorgegeben ist. Aber über der LEGO-Reihe auf der PS Vita schwebt ein etwas dunklerer Schatten, wegen einer schwachen Umsetzung auf der Konsolenversion. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich TT. Games die Kritik zu Herzen genommen hat und die PS Vita-Version ernster nimmt.

Houston, wir haben einen Wahnsinnigen

Die Geschichte von LEGO Batman 3 beginnt mit einem normalen Tag für Batman und Robin. Es gilt Killer Croc durch die Kanalisationssystem von Gotham zu jagen. Kurze Zeit später schwebt die ganze Welt in Gefahr. Der sammelwütige Brainiac hat es auf die Erde abgesehen und möchte sie schrumpfen. Denn nur handlichere Planeten kann er in seine Sammlung aufnehmen. Dies gilt es zu verhindern. Die Geschichte des Spiels ist sehr gut gelungen. Die verschiedenen Level bringen euch in verschiedene Ecken der Welt und des Universums. Auch bekannte Orte wie die Batcave oder der Watchtower sind dabei. Im Laufe des Abenteuers wächst aber nicht nur euer Pool an spielbaren Charakteren, ihr erhaltet auch immer wieder verschiedene Kombinationen von DC-Helden, die das Level das erste Mal durchspielen müssen. Die Geschichte kommt zu Beginn etwas langsam in die Gänge. So enthält sie euch weder einen Großteil der Charaktere nicht lange vor. Zwischen den einzelnen Leveln bringen euch Zwischensequenzen und Dialoge die Geschichte etwas näher, ohne aufdringlich zu sein.

Zurück zu den Wurzeln

Statt wie einige der schwächeren Titel auf der PS Vita hat sich LEGO Batman 3 komplett an der Konsolenversion orientiert und stellt seine Level daher auch in 3rd Person Perspektive und nicht wie davor von oben dar Ihr könnt herumfliegen, -springen und –gleiten. Entgegen der letzten Entwicklungen haben auch Hubworlds wieder Einzug in die PS Vita-Version gefunden. Genau wie in der Konsolenversion sind es die Bathöhle und der Watchtower, wobei letztere nicht nur wichtiger in der Story ist, sondern auch mehr zum Erkunden bietet. Wie gewohnt könnt ihr von den Hubworlds schnell per Tastendruck, oder per Teleporterplatten in die unterschiedlichen Level gelangen. Hier hat sich TT Games die Kritik ernst genommen und ist wieder zu den ursprünglichen Wurzeln zurückgekehrt.

Stein auf Stein

Die LEGO-Spiele zeichnen sich durch eine ganz besondere Kombination an Spielelementen aus. Dieses hat sich auch nicht im Rahmen von LEGO Batman 3 geändert. Die klassische Kombination aus Platform-/Rätsel- und Geschicklichkeits- und Kampfelementen bleibt weiterhin bestehen. Es unterscheiden sich grundsätzlich zwei Arten von Level Luft- und Landlevel. Luftlevel schicken euch eine 3D-Außenwelt, in der ihr entweder mit bestimmten Charakteren fliegt z.B. Green Lantern oder ihr in einem entsprechenden Fluggerät umhersaust. In beiden Fällen spielt ihr einen klassischen Railshooter. Ihr könnt also nur bestimmen, ob euer Charakter links, rechts, oben oder unten bewegt. Diese meist kürzeren Level lockern das Spielerlebnis auf und bringen eine gute Portion Abwechslung in das Spielgeschehen. Die Landlevel hingegen lassen sich meist in einen von drei Aspekten aufteilen: Bosslevel und einfache Level. In Bossleveln tretet ihr gegen einen oder mehrere Gegner an, z.B. Killer Croc und Solomon Grundy. Meistens sind solche Level etwas kleiner, aber ihr könnt den Gegner nach Herzenslust vermöbeln. Die beiden anderen Level sind entweder mehr auf Rätsel- oder auf Kampfaspekte ausgelegt. Beides ist immer in klassischer Legoweise kombiniert und verlangt von euch den geschickten Einsatz von verschiedenen Kostümen und damit verbundenen Fähigkeiten. Wie bei vielen Legospielen ist die Kombination sehr gut gelungen und macht auch auf Dauer Spaß. Die verschiedenen Schauplätze tragen zu diesem Gefühl bei, indem sie immer neue Reaktionen auf das Lösen eines Rätsels zeigen. So können bestimmte Objekte durch das Lösen von Rätseln erschaffen bzw. zerstört werden. Um alle freischaltbaren Objekte zu erhalten, jede Aufgabe zu erledigen und alle kleineren Gimmicks entdeckt zu haben, werdet ihr zwischen 25 und 35 Stunden benötigen, je nachdem wie geschickt und ideenreich ihr an einigen Stellen seid.

LEGO Batman? Eher LEGO Justice League

Das Spiel bietet aber weitaus mehr Charaktere als nur die klassischen Batmanhelden und -Schurken. Über 140 verschiedene Charaktere stehen euch in LEGO Batman 3 zur Verfügung. Viele der Charaktere, wie z.B. der Joker können zudem unterschiedliche Kostüme verwenden, die bestimmte Interaktionen mit der Umgebung ermöglichen. Das Spiel verdient aber eher den Titel „Justice League“ als Batman, weil der maskierte Rächer in einigen Missionen doch gar keine Rolle spielt und für eine Weile von der Bildfläche verschwindet. Die einzelnen Charaktere sind sehr gut umgesetzt und der für die LEGO-Spiele bekannte Humor hat auch hier seinen Einzug gefunden, ohne dass die Charaktere zu stark von ihren Originalen abweichen würden. Gerade in den Zwischensequenzen und den eingestreuten Dialogen in einem Level agieren die Charaktere untereinander und nehmen die eigenen und fremden Macken gerne aufs Korn. Auch die Menge an spiel- und freischaltbaren Charakteren hat mir gut gefallen, insbesondere die Charaktere, die nur mehr oder weniger an diese Stellen passen. So kann man neben Superman auch Clark Kent spielen, der aber auf andere Fähigkeiten zugreift als sein Alter Ego.

Nanananananananananananananan, Batman!

Insbesondere die Charaktermodelle sind ein Highlight des Spiels. Sie wurden sehr liebevoll gestaltet und sind sauber implementiert. Es gibt weder auffällige Ecken noch Kanten an ihnen zu bemängeln. Aber auch die unterschiedlichen Gebiete haben alle ihre eigene Gestaltung mit Liebe zum Lego-Detail bekommen. Teilweise sind die Ecken der Umgebung etwas verwaschen und haben leichte Unsauberkeiten. Gestört hat mich das aber nur in den Flugleveln, in der der Blick in den Hintergrund weitläufiger ist. Sonst präsentiert LEGO Batman 3 sich in der Qualität einmal mehr so wie sein Vorgänger. Gut gelungen ist auch die Kombination von Elementen aus dem Batmanuniversum und der merkwürdigen Objektvielfalt der Legowelt, die noch mehr zur Komik des Spiels beiträgt. Der Sound des Spiels dürfte für Spieler des zweiten Teils größtenteils nichts neues sein, auch wenn er an einigen Stellen aufpoliert wurde. Die musikalische Untermalung ist solide wie immer und bietet verschiedenartige Musikstücke je nach Ort und Situation. Das untermalt die gut gestaltete Kulisse und macht das Erkunden der Level spaßiger – das gilt insbesondere, wenn man als Superman durch die Karte fliegt und die Musik des Spiels einem klarmachen möchte, dass es sich um eine Stresssituation handelt. Insgesamt hat mir die Präsentation sehr gut gefallen. Wer ausreichend Lego-Steine zu Hause hat, der kann sogar fast alle Orte des Spiels nachbauen.

Fazit: Trotz eines unguten Gefühls vor dem Test, was an den miserablen Wertungen der vorherigen Teile der LEGO-Reihe lag, hat mir das Spiel sehr viel Spaß gemacht. Wie bereits ausführlich im Test erwähnt, hat das Spiel mit seiner Rückkehr zu den Wurzeln alles richtig gemacht. Die Spiele der LEGO-Reihe werden nie alle Spieler überzeugen können, weil die grafische Darstellung des Spiels ganz stark von der Nostalgie bzw. der Liebe zu den bunten Bausteinen lebt. Mir gefällt die Kombination von Humor, Rätsel-, Kampfelementen und der zerstörbaren Umgebung sehr gut. Die einzigartige Gestaltung durch den Aufbau der Umgebung aus Legoobjekten hat mich schon immer fasziniert und gerne würde ich auch diese Umgebung nachbauen, was aber mangels geeigneter Steine nicht möglich ist. Interessant hat sich die Auswahl an Charakteren herausgestellt. LEGO Batman 3 bietet gerade auch für Fans des DC-Universums viele Charaktere, sei es Held oder Schurke. Leider ist hier der LEGO Batman-Charakter etwas verloren gegangen. Natürlich gehören diese Charaktere zum selben Universum, aber dennoch rückt der Batman-Aspekt etwas stark in den Hintergrund, insbesondere weil einige der wichtigeren Gegenspieler des maskierten Rächers fehlen. Aller Batmanmanier sind aber die unterschiedlichen Kostüme, die den Charakteren unterschiedliche Fähigkeiten verpassen. Der Einsatz dieser Kostüme passt sehr gut zu dem Stil von Batman, weil dieser auch auf den Einsatz verschiedener Hilfsmittel angewiesen ist. Auch wenn Gotham nicht die zentrale Anlaufstelle des Abenteuers ist, sondern vielmehr nur als „Tutorial-Bereich“ fungiert, zeigt das Spiel grafisch doch einige Stärken. Die unterschiedlichen Level sind interessant gestaltet und wie immer zu großen Teilen zerstörbar.

LEGO Batman 3 ist ein sehr gut gelungener Titel. Es macht sehr viel richtig und kann auch nach dem Abschluss der Story mit den ansprechenden und teilweise herausfordernden Nebenaufgaben überzeugen. Ich kann das Spiel nicht nur jedem Fan der LEGO-Reihe empfehlen, sondern auch all denjenigen, die ein solches Spiel schon ausprobieren wollten.

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