Test – Dariusburst: Chronicle Saviours

Test – Dariusburst: Chronicle Saviours

Test – Dariusburst: Chronicle Saviours

2
Negativ
69% - 72%

Unser erster Eindruck war

Unsere Bewertung

Vorschau

Nostalgiker werden bei dem Namen Darius sicherlich aufhorchen, war es nicht eines der beliebtesten Shoot’em Up in den späten 80er. Mit zahlreichen Ablegern war die Serie auf vielen Plattformen zuhause, unter anderem auch auf der PSP als Dariusburst. Nun hat Kadokawa Games mit dem Zusatz Chronicle Saviours dieses Spiel aufpoliert und für die PS Vita veröffentlicht. Seit dem 08. Dezember steht der Shoot’em Up für 39,99 Euro im Store. Wir sind mit der Darius geflogen und sagen euch, ob dieser Preis gerechtfertigt ist.

Der Klassiker

Ohne große Einleitung könnt ihr nach dem 761MB schweren Download loslegen. Das Gameplay orientiert sich ganz an dem klassischen Shoot’em Up: Ihr durchquert von links nach rechts ein Level, währenddessen ihr Geschossen, Gegnern und Objekten ausweichen und selber auch zerstören müsst. Euer Schiff lässt sich dabei beliebig auf dem Bildschirm bewegen und kann bei Bedarf auch die Schussrichtung wechseln. Grundsätzlich habt ihr zwei Arten von Waffen: Einmal euer Standardgeschoss, welches ihr unendlich oft abfeuern könnt und automatisch mit einer Zweitwaffe daher kommt, und einmal einen Laser, der jedoch nur begrenzt verfügbar ist und durch das Erledigen von Waffen und Geschossen sich wieder auflädt. Während ihr letzteres nicht aufleveln könnt, könnt ihr im Level farbige Power-Ups von eingefärbten Gegnern sammeln, um eure Primär- oder Sekundärwaffe oder euren Schild aufzurüsten. Da ihr nur drei Leben habt, solltet ihr behutsam mit eurem Schiff umgehen. Das Gameplay ist daher mehr als unspektakulär und damit sofort für jeden zugänglich. Es ist nach der ersten Stunde schwierig zu sagen, ob es für das gesamte Spiel reichen wird oder nicht, da der Schwierigkeitsgrad des Spiels darüber entscheiden wird; Bislang macht die Kombination aus wildem Geballere und geschicktem Ausweichen Spaß.

Another Chronicle

Inhaltlich ist das Spiel in zwei Modi aufgeteilt: Den AC und CS Modus. Das Synonym für Another Chronicle ist eine vollständige Adaption des 2010 auf Arcade-Geräten erschienen Spiels und kommt auch als solches daher – mit dem Unterschied, dass ihr keine Münzen einwerfen müsst. In diesem habt ihr die Wahl zwischen den drei Spielweisen Kampagne, eine extra schwere Kampagne und Herausforderungen. In Ersteres könnt ihr eine von zwölf Routen auswählen, die jeweils einen anderen Schwierigkeitsgrad beherbergen. Je nach Route erwartet euch am Ende ein anderer Boss, den es zu erledigen gilt, um den Highscore für seinen Lauf zu erhalten. Bei den Herausforderungen habt ihr etliche Level zum Freischalten, die mit anderen Voraussetzungen ausgestattet sind. Mal sind es die festgelegten Waffen, mal die Gegner oder beides zusammen. Es sind wirklich sehr viele Level vorhanden, die wohl einiges an Zeit kosten werden. Komischerweise sind schon einige Erfolge freigeschaltet – einen Sinn dahinter erschließt sich mir nicht so ganz. Aber nicht nur inhaltlich ist es mit dem Port identisch sondern auch von der Grafik. In Dariusburst: Another Chronicle bekommt ihr ein unschön gequetschtes Bild zu sehen, welches mit unsauberen und viel zu kleinen Texturen kein schöner Anblick ist. Hier hätte Pyramid ruhig noch ein wenig mehr Anstrengungen unternehmen können.

Chronicle Saviours

Im namensgebenden Modus Chronicle Saviours geht es etwas linearer zu: Ihr spielt einen Erorberungsfeldzug nach, der in verschiedene Missionen und Etappen aufgeteilt ist. Nach und nach schaltet man mit dem Beenden eines Levels weitere Missionen frei, die sich teilweise auf der Karte unterschiedlich abzweigen können. Wer sich also für die – zugegeben einfache – Geschichte interessiert, wird hier mit verschiedenen Schauplätzen zu unterschiedlichen Zeiten konfrontiert. Ein weiterer Unterschied ist das Upgradesystem. Beim Starten der Mission habt ihr freie Wahl beim Raumschiff: Einmal die Vorauswahl mit vordefinierter Ausrüstung und einmal euer eigenes Kampfschiff. Letzteres müsst ihr euch jedoch mit Punkten hart erarbeiten – angesichts der ausgeschriebenen Kosten eine Aufgabe, die etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen wird. Schon jetzt fällt jedoch auf, dass man viele Level und Endgegner mehrfach spielt trotz anderer Mission. Hier muss sich zeigen, ob nicht schon nach kurzer Zeit Langeweile aufkommt. Ansonsten verhält sich Chronicle Saviours in Sachen Gameplay identisch zu seinem Arcade-Vorgänger. Nur bei der Grafik hat man aufgestockt, die Texturen aufgehübscht sowie die Auflösung hochgeschraubt. So spielt sich Dariusburst deutlich angenehmer!

Komische Welt

Den Hintergrund der PSP erkennt man jedoch weiterhin an vielen Stellen: Vieles im Spiel wirkt zu einfach gemacht als das es tatsächlich für die PS Vita entwickelt wäre, sei es am Hintergrund, den anfliegenden Geschossen oder den Gegnern. Bei den Effekten hingegen – und diese kommen dank der tausenden Gegnermassen sehr oft vor – bekommen wir schöne Animationen geliefert. Trotz der Masse an Aktion auf dem Bildschirm läuft Dariusburst absolut flüssig; kein Aussetzer oder verzerrte Steuerung aufgrund von Nachberechnungen. Nur zu Explosionen der Endgegner gibt es sichtbare Ruckler, die aber gar nicht ins Gewicht fallen. Kurios: Alle Endgegner im Spiel orientieren sich an Meeresbewohner. So trefft ihr auf eine Schnecke, einen Hai, einen Rochen oder eine Forelle und jeder Fisch hat seine Attacken auf seine speziellen Fähigkeiten ausgerichtet. Es ist lustig und zugleich lobenswert, wie viel Detailversessenheit hier drin steckt. Beim Sound haben wir ein ähnliches Bild. Während die normalen Level einen Arcade-typischen Soundtrack abspielen, ändert sich dieser bei den Endgegnern gewaltig und bestätigt mit seinen mehr rockigen Tönen und untypischen Melodien das kuriose Bild.

Zwischenfazit: Nach einer aufgeteilten Runde in den Modi AC und CS sehe ich noch keine Rechtfertigung für den sehr hohen Preis. Die Spielmechanik bietet außer den vielen Geschossen und Feinden nichts Besonderes, viele Level spielt man mehrfach. Positiv stehem dem nur die kurze Ladezeiten sowie dem Spaßfaktor gegenüber, den ein Shoot’em Up mit sich bringt. Bislang bin ich nicht überzeugt von Dariusburst: Chronicle Savior.

Test

Nach weiteren, etlichen Stunden bin ich immer noch nicht am Ende des Spiels angelangt. Ein Rückblick über das Erlebte ist dennoch möglich, da sich ab einem bestimmten Punkt nicht viel ändert. Ob und wie sich mein erster Eindruck bestätigt hat, lest ihr jetzt.

Überraschung!

Die größte Überraschung habe ich beim Gameplay erlebt. Mit steigendem Schwierigkeitsgrad und einigen Entdeckungen kamen die einen und anderen Aha-Erlebnisse und die Lust, die immer weiter repetiv werdenden Level zu spielen. Pyramid versäumt es einfach, am Anfang eine Einführung in die Besonderheiten des Spiels einzuführen, die sich insbesondere bei den Schiffen wiederfinden. Insgesamt neun verschiedene gibt es im Chronicle Saviours zu haben, die sich als Vorauswahl in verschiedenen Missionen auch spielen lassen ohne dass man sehr viel Geld in die Hand nehmen muss. So besitzt das Standardschiff keinen Laser, ein anderes, mehr aufgerüstetes hat diesen sogar mit einer Konterfunktion. Ein Weiteres hat wiederrum kleine Helfergeschosse, die sich in verschiedenen Formationen anordnen lassen und ein kleiner Schutzschild ist. Was Pyramid ebenso verschweigt, ist, dass man den Laser auf zwei Arten nutzen kann: Als direkten oder als indirekten Angriff. Bei Letzterem setzt ihr eine Art Kanone auf dem Bildschirm ab, dass auf eine deutlich längere Dauer aktiv bleibt und effektiv Gegner erledigt. Ersteres wird direkt aus eurem Schiff abgeschossen und hat dementsprechend wenig Angriffszeit.

Die Krux am Multiplikator

Die Krux an Dariusburst: Chronicle Saviours ist, dass der Multiplikator an den Schiffen gekoppelt ist. Habt ihr z.B. ein mächtiges Schiff, mit dem ihr schwierige Level ohne Probleme meistern wollt, dann liegt der Multiplikator bei mageren 16 – das Standardschiff schafft es auf 60! Und bei einem Arcade-Spiel ist der Multiplikator der wichtigste Faktor in der Spielweise, neben dem Fakt, dass ihr damit mehr Punkte für den hauseigenen Shop sammeln könnt. Mit diesem kleinen Detail ausgerüstet, sieht man Dariusburst: Chronicle Saviours in einem anderen Licht: Man kann sich das Spiel einfach – und damit langweilig machen. Man kann sich die Level selber schwerer gestalten, um für sich das beste Ergebnis rauszuholen. Das macht definitiv Spaß.

Kein Ende in Sicht

Genug Zeit zum Probieren gibt es allemal. 186 Level sind verbaut! Ich bin noch nicht mal annähernd am Ende und habe schon über 10 Stunden investiert. Ein Grund sind die verschiedenen Levellängen: Mal geht es nur 15 Minuten, mal auch über eine Stunde abhängig von der Anzahl der Zonen die ihr bewältigen müsst. Zusätzlich zu den Herausforderungen aus Another Chronicle hat man hunderte Stunden, die man für das Spiel und die eingebaute Platin-Trophäe braucht. Obwohl man eigentlich immer die gleichen Levels spielt, versucht Pyramid durch neue Leveldesigns ein bisschen Abwechslung zu bringen. Durch die Masse an verschiedenen Ebenen kann der langweilige Charakter etwas kaschiert werden. Spätestens bei den Endbossen, die man ebenfalls in verschiedenen Variationen und damit mit unterschiedlichen Attacken antrifft, wird dieser Punkt mehr als deutlich.

Fazit

Nach meinen vielen Stunden in Dariusburst kann ich nachvollziehen, warum das Spiel so hoch im Preis angesetzt ist. Es ist ein Shooter, den man quasi unendlich lang spielen kann. Eine Rechtfertigung dafür findet sich aber nur in der Masse und nicht in der Qualität, welches besonders durch die vielen Wiederholungen leidet. Der kleine, aber feine Effekt des Multiplikators bei der Auswahl des Schiffes bringt hingegen genau die Würze ins Spiel, die zusammen mit dem stetig steigende Schwierigkeitsgrad die Motivation oben hält und nach einer Darius-Pause wieder zum Neueinstieg einlädt.

Genre-Fans werden sich daher bei Dariusburst: Chronicle Saviours sicherlich an den Fingern lecken. Interessierte sollten jedoch mit dem Kauf solange warten, bis der Titel in einer Rabattaktion günstiger angeboten wird oder sie sich bewusst für diese Masse an Spielinhalten entschieden haben.

Lars Leidenschaftlicher Gamer, Ehemann und IT-Berater. Liebt seine PS Vita, seinen Hund und Wordpress. Seit 2011 Redakteur und seit 2013 Administrator und Webmaster von yourPSVita.

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