Test – Neon Chrome

Test – Neon Chrome

Test – Neon Chrome

2
Negativ
55% - 60%

Unser erster Eindruck war

Unsere Bewertung

Vorschau

Mit dem Twinstick-Shooter Neon Chrome lässt Entwickler 10tons Spieler in eine Cyberpunk Welt eintauchen und einen gewaltigen Turm erklimmen. Am Ende des Turms wartet der sogenannte Overseer auf mich, während sich mir am Ende jeder Etage ein Boss in den Weg stellt. Ob sich Neon Chrome für 14,99€ lohnen könnte, erfährt ihr gleich in der Vorschau.

Neuronal-Link und meine kleinen Klone

Die Geschichte hinter dem Turm und dem Oversseer wird zu Beginn recht kurzgehalten. Der Overseer ist der Kopf der Neon Corporation, befindet sich an der Spitze des Turms (na wo denn sonst?) und laut ihm wird der Weg in die Zukunft durch absolutes Vertrauen, das nicht hinterfragt werden soll, geebnet. Es scheint als würden die Millionen (glücklichen?) Bewohner des Turms eine sogenannte Trust Score besitzen, die, sollte sie in den roten Bereich abfallen, das sofortige Beseitigen einleiten soll. Klingt nach Diktatur und genau deshalb haben wir es uns anscheinend zur Aufgabe gemacht, dem ein Ende zu bereiten. Mir selbst ist leider nicht ganz klar, ob wir nun Mensch, Cyborg, Maschine oder etwas völlig anderes sind, feststeht dass wir über den sogenannten Neuronal-Link auf knappe 100 Klone (oder ähnliches) zugreifen können, die wir in den Kampf gegen den Oversseer schicken. Ich finde den Ansatz der Idee richtig interessant, finde es aber schade, dass die Geschichte noch recht undurchsichtig und verwirrend ist. Da es sich bei Neon Chrome um einen Twinstick-Shooter handelt, weiß ich nicht, ob der Hintergrund noch weiter beleuchtet wird, aber vielleicht werde ich im weiteren Test doch noch überrascht.

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Etage um Etage nach oben an die Spitze!

Starten wir den Neuronal-Link und nehmen mit dem verlinkten Klon den ersten Aufzug landen wir direkt auf dem ersten Stockwerk des ersten Abschnitts. Mit dem linken Analogstick bewegen wir uns, der rechte Analogstick steuert unsere Waffe, die wir mit der rechten Schultertaste abfeuern können. Auf unserem Weg nach oben gibt es auch spezielle Power-Ups, die sich ausrüsten lassen und bestimmte Fähigkeiten verbessern oder sogar erweitern. Die linke Schultertaste ist im Übrigen für das Ausführen einer Spezial-Fähigkeit wie zum Beispiel das Werfen von Granaten oder das Abfeuern einer Plasma-Salve. Was ich sehr interessant finde ist, dass die Lebensanzeige als Kreis direkt am Boden um unseren Charakter sichtbar ist und man dadurch immer im Blick hat, wie es um das Leben des Klons steht. Das finde ich persönlich unglaublich praktisch, denn in höheren Etagen, mit verstärktem Gegneraufkommen, kann man ganz schnell den Überblick verlieren.

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Nachdem wir an die Spitze des Turmes zum Oversseer wollen, müssen wir uns Etage um Etage nach oben kämpfen und uns nicht nur der Security und anderen Hindernissen stellen, sondern auch den Weg zum Lift finden, um ein Level abzuschließen. Dabei kommen die Rogue-like Elemente von Neon Chrome ans Tageslicht, denn der Aufbau der einzelnen Etagen unterscheidet sich mit jedem neuen Durchgang und auch das Gegneraufkommen ist unterschiedlich. Neue Elemente werden aber nach jedem kleinen Bosskampf, sprich jedem größeren Abschnitt hinzugefügt, wodurch der Umfang der Level etwas vielseitiger und größer wird. Hier möchte ich anmerken, dass uns zu Beginn des Spiels mehr Etagen zwischen uns und dem Overseer liegen, als nach dem Beenden eines ganzen Stockwerks. Liest sich etwas verwirrend, daher füge ich in diesem Absatz direkt zwei Screenshots ein.

Grundsätzlich ist das Spielsystem recht einfach gehalten und leicht zu verstehen, auch wenn ich nicht ganz verstehe wieso aus den anfangs sechs Etagen, plötzlich vier werden, aber nun gut es wird schon Gründe dafür geben. Ich bin auf alle Fälle auf die Power-Ups gespannt, denn soweit ich das erkennen konnte, gab es davon unglaublich viele zu entdecken – der einzige Nachteil dabei: die Level werden zufällig generiert und somit auch die Power-Ups. Außerdem bin ich auf die noch bevorstehenden Mini-Bosskämpfe gespannt, denn dem ersten durfte ich mich bereits stellen und Details dazu gibt es erst im weiteren Test.

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Grau, grau und ah grau!

Das grundlegende Spielerlebnis und die Geschichte hinter Neon Chrome ist bisher recht überschaubar und macht die ersten paar Stunden eigentlich Spaß. Trotzdem habe ich einiges zu bemängeln. Der Ladebildschirm direkt nach dem Spielstart dauert mehrere Sekunden bis ich das eigentliche Menü erblicke – danach wartet ein weiterer Ladebildschirm auf mich, der fast genauso lange lädt und erst dann befinde ich mich in meiner Basis, in der ich mich in den Neuronal-Link setzen kann, um mich in eine der Etagen zu begeben. Die Ladezeit direkt zu Beginn kann ich leider absolut nicht nachvollziehen, daher sehe ich das auch etwas kritischer, obwohl ich ansonsten nichts gegen etwas längere Ladezeiten einzuwenden habe.

Aber nicht nur das stört mich an Neon Chrome. Eigentlich erwarte ich nach längerem Betrachten des ersten Ladebildschirms doch etwas mehr Cyberpunkt und/oder leuchtende Neonfarben. Die Etagen sind, bis auf Wachen und Roboter, grau gehalten. Möbel sind zwischen graubraun bis weißgrau und auch kleine Spinnenroboter sind gelbgrau gefärbt, wodurch auch die wechselnden Rogue-like Elemente recht eintönig wirken. Optisch bietet mir das Leveldesign daher leider absolut nichts und wodurch mein persönliches Spielerlebnis auch deutlich gemindert wird. Es bleibt abzuwarten, ob sich das in späteren Leveln bzw. Etagen ändert, aber selbst nach Erkunden des ersten Drittels wurde ich dahingehend leider enttäuscht.

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Zwischenfazit: Neon Chrome hat direkt zu Beginn unglaublich lange und nicht nachvollziehbare Ladezeiten, aber startet danach mit einer vielleicht etwas verwirrenden Geschichte, die jedoch guten Ansätzen folgt und im vollständigen Test hoffentlich etwas mehr Tiefgang erhält. Der Twinstick-Shooter kann mich spieltechnisch zwar mit einem recht einfach gehaltenem System und einem umfassenden Power-Up Repertoire überzeugen, bietet aber in Bezug auf Leveldesign – trotz Rogue-like Elementen – zu wenig Abwechslung. Der Name des Shooters ist definitiv nicht auf die Farbgebung des Spiels zurückzuführen, denn die Etagen sind alle in Grau gehalten und haben mich in Bezug auf Optik richtig enttäuscht.

Zusammenfassend kann ich (noch) keine Kaufempfehlung aussprechen, daher ist meine Vorschau fürs Erste trotz der interessanten Ansätze negativ.

Test

Nach einigen Stunden in der Welt von Neon Chrome ist es mir schlussendlich gelungen, die Bosse in den unterschiedlichen Etagen auszuschalten und mich den Machenschaften des Overseers an der Spitze des Turmes in den Weg zu stellen. Ob sich mein negativer Eindruck aus der Vorschau vielleicht doch durch eine Neongrüne Abschlusswertung verändert hat, erfährt ihr im Test.

Die Machenschaften des Overseers

Warum ich mich an die Spitze des Turmes kämpfen und warum der Overseer ausgeschaltet werden muss, wurde mir bereits in den ersten Minuten von Neon Chrome offenbart. Leider blieben die Geschichte und die Hintergründe relativ undurchsichtig und so hoffte ich zumindest am Ende auf etwas Klarheit zu treffen. Leider ist dem nicht so, denn auch das Ende ergibt wenig Sinn bzw. ist völlig ungeklärt. Nach einem herausfordernden Bosskampf im vorletzten Level darf ich mich dem Overseer entgegenstellen und hörte seine letzten Worte als ich vor verschlossener Tür stand. Er weiß, dass es für ihn an der Zeit ist, aber meint, dass es auch für uns das Ende wäre, denn entweder stirbt unsere Hülle an einem einsamen Tod, oder wir übernehmen seinen Platz. Was dann passiert, wäre ungewiss. Das Level wird beendet, indem man sich in seinen Sessel setzt und seinen Platz übernimmt. Ich finde es relativ schade, dass man aus dem Potenzial, das dieses Gerüst bietet, nicht ausnutzt und bin etwas enttäuscht, obwohl ich mir relativ wenig erwartet hatte. Die Geschichte von Neon Chrome bietet zwar einen Grund wieso man sich diesen Turm hinaufkämpft, aber mehr auch nicht.

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Upgrades, Waffen und Spezialangriffe

Auch wenn die Geschichte hinter Neon Chrome absolut zu vernachlässigen ist, gibt es nach dem Beenden des Spiels noch die Möglichkeit sich dem Overseer 2.0 zu stellen, der andere Werte aufweist als der Overseer 1.0. Mit jedem Abschluss steigt das Level des Overseers und auch der damit verbundene Schwierigkeitsgrad der Level. Aber nicht nur das könnte nach dem ersten Abschluss eine mögliche neue Herausforderung sein, sondern auch die nicht gefundenen Upgrades und Waffen, die man in den zufallsgenerierten Leveln (zufällig) finden kann. Bis man jeden Gegenstand gefunden hat, könnte das doch ein Weilchen dauern. Mir persönlich bietet das leider keinen Grund das Spiel immer wieder zu starten – besonders aufgrund der extrem langen Ladezeiten nach dem Starten des Spiels. Trotzdem finde ich die unterschiedlichen Waffen und vor allem die Spezialangriffe richtig gut und verleiht dem Spiel dahingehend viel Abwechslung. Wer seinen perfekten Spielstil gefunden hat, kann übrigens präferierte Waffen und Spezialangriffe bereits vor dem Start eines neuen Durchganges im Unterschlupf auswählen – das kann in den ein oder anderen Situationen doch von Vorteil sein.

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Leveldesign und Bosskämpfe

Das relativ triste und grau in grau gehaltene Leveldesign habe ich schon in der Vorschau angesprochen und auch im weiteren Test hat sich daran leider nicht viel geändert. Einzelne Gegnertypen, Laser oder zum Beispiel die In-Game Währung waren meine kleinen neonfarbenen Flecken am Bildschirm und dabei blieb es. In höheren Etagen änderte sich das Leveldesign farblich, dann zum Glück doch etwas. Aber nicht nur das änderte sich, sondern auch die Art und Weise wie ich den Lift zur nächsten Etage freischalten konnte. Jetzt konnte ich mich nicht nur darauf verlassen, dass ich mich einfach durch das Level in Richtung Lift bewegen konnte, sondern musste einzelne Energiekerne zerstören, damit sich die Tür zum Lift öffnet. Diese kleine Abwechslung war in den höheren Etagen sehr angenehm, da ein Durchgang mit über 20 Leveln teilweise doch schnell repetitiv wurde.

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Die Bosskämpfe waren anfangs relativ schwierig, aber nach einigen Updates in meiner Basis und gut gewählten Waffen und Spezialangriffen waren auch diese Gegner nicht unbesiegbar. Warum man den sogenannten Centipede zweimal als Boss ausgewählt hat, bleibt mir aber leider trotzdem ein Rätsel. Auch der letzte Areal Boss direkt vor dem Overseer ähnelte dem aus dem ersten Areal und war nur durch ein paar Modifizierungen anspruchsvoller. Das finde ich persönlich  schade, da mich gerade die Bosskämpfe forderten und ich mir dadurch etwas mehr Einfallsreichtum erhofft hatte.

Fazit

Mein abschließendes Fazit zu Neon Chrome ist leider etwas zwiegespalten. Einerseits finde ich die grundlegende Idee hinter dem Oversseer und seinen Machenschaften interessant, aber der Twinstickshooter legt den Fokus hauptsächlich auf das Gameplay. Spielerisch macht Neon Chrome zwar irgendwie Spaß, aber die extrem langen Ladezeiten schrecken für ein paar Minuten zwischendurch doch sehr ab. Auch das recht eintönige Leveldesign bietet mir nur wenig Grund die Areale zu erkunden und mich nicht im Schnelldurchlauf nach oben zu kämpfen. Die Bosskämpfe sind zwar zum Teil recht fordernd, aber auch hier hat man es nicht geschafft von insgesamt sechs Bossen alle unterschiedlich zu gestalten und kopierte zwei davon für spätere Areale. Etwas Motivation könnten vielleicht die unterschiedlichen Upgrades, Waffen und Spezialangriffe bieten, die man in den Arealen zufällig finden kann, aber auch dieser Punkt ist für mich persönlich nicht von Relevanz.

Ich persönlich werde meine Aufmerksamkeit wieder auf andere Spiele lenken und wer Neon Chrome doch eine Chance geben möchte, sollte vielleicht lieber auf einen Sale im PSN Store warten.

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