Home Testberichte Test – La-Mulana Ex
Test – La-Mulana Ex

Test – La-Mulana Ex

0

India Jones ist und bleibt ein Klassiker – Technik hin oder her. In die gleiche Kategorie möchte auch Rising Star Games La Mulana-Ex treten, welches seit dem 04. März für 14,99 Euro exklusiv für die Playstation Vita erschienen ist. Dabei ist das Original gar nicht so alt: 2005 wurde es von Pygmy Studio für den PC in Japan veröffentlicht und möchte hinsichtlich der Grafik, der Spielmechanik und des Schwierigkeitsgrades an den alten Heimcomputer MSX erinnern. Wir haben uns in das Abenteuer geschmissen und sagen euch, ob es die Fallen überlebt oder nicht.

Der erste Eindruck

Das Erste, was einem nach dem 250MB Download beim Start überrascht, ist der altbackene 4:3 Bildschirm. Aufgrund der eher quadratischen Größe fallen dem Breitbildschirm rund ein Drittel an Grafik weg, die hier mit Verzierungen aufgehübscht wurden. Landet man dann vollends am Startbildschirm, wird einem schnell klar: Dieses Spiel ist kein HD-Remake, sondern eine erweiterte Portierung des Originals. Und das merkt man auch gleich an der Spielmechanik. Ihr lauft Sidescroller klassisch nur nach links oder rechts und könnt springen und mit eurer Peitsche schlagen. Während das Springen während dem Laufen funktioniert, macht euch das Spiel umgekehrt einen Strich durch die Rechnung. Ebenso könnt ihr im Sprung eure Richtig nicht mehr verändern. Schon fast nervig ist die Tatsache, dass Leitern – und die trifft man sehr häufig in diesem Spiel – nur am Boden bestiegen werden können.  Im Zeitalter der modernen Plattformer eine wahrhaftige Abwechslung. Nichtsdestotrotz gewöhnt man sich schnell an diesen Umstand, sodass er im weiteren Verlauf nicht mehr arg ins Gewicht fällt und man sich auf das Wichtige im Spiel konzentrieren kann: Die Rätsel.

In La-Mulana übernimmt ihr die Rolle von Professor Lemeza Kosugi, welcher von seinem Vater per Brief auf einen unsagbaren Schatz aufmerksam gemacht wurde, den er in einer bislang nicht erkundeten Tempel gefunden haben soll. Allerdings fehlt seitdem jede Spur von ihm. Als erprobter Abenteuer tretet ihr in die Fußstapfen eures Vaters und sucht in La-Mulana nach dem begehrten Schatz des Lebens. Begleitet werdet ihr dabei von Abenteuerhut, Peitsche sowie einem Computer. Während Ersteres einfach nur gut aussieht, bekämpft ihr mit eurer Peitsche Monster und Fledermäuse. Mittels eures Computers lassen sich Emails eines weisen, aber scherzhaften Greises lesen, der euch zu Anfang des Spiels mit wichtigen Hinweisen zur Spielmechanik versorgt, sowie diverse Software-Pakete installieren. Damit lassen sich dann zum Beispiel Hyroglyphen auf Steintafeln lesen oder Texte speichern, die sich in den weiten von La-Mulana finden lassen.

Lesen ist ein gutes Stichwort. Jede Information, die sich auf eurem Bildschirm versteckt – entweder bei Steintafeln, Figuren, Skeletten oder bizarre Figuren im Tempel – sind mehr oder weniger wichtig, um die zahlreichen und schwierigen Rätsel zu lösen. Auf mehr Hilfe dürft ihr nicht hoffen, der pure Verstand ist hier gefragt. Beispielhaft ist die erste Truhe, die man im Spiel öffnet (öffnen sollte): Obwohl man nur ein Leben besitzt, sind die Plattformelemente an sich in den ersten 30 Minuten nicht schwer, aufgrund der Steuerung allerdings gewöhnungsbedürftig. Eine Energieanzeige zeigt euch euren aktuellen Gesundheitszustand an. Fällt er anfangs von 32 auf Null, habt ihr verloren. Betritt man den Tempel, hat man gleich im zweiten Bildschirm die Möglichkeit, seine Energie zu verdoppeln. Dazu muss man schlichtweg auf eine etwas hochstehende Steinplatte springen. Kein Hinweis, kein Aufflackern, Nichts. Purer Zufall hatte mich auf die doch sehr kostbare Energie gebracht. Hätte ich diese früher gefunden, wäre ich sicherlich nicht dreimal gestorben. Wirklich viel gesehen hatte ich in den ersten 30 Minuten nichts, da ich völlig planlos nach irgendetwas gesucht habe: Ein greifbares Ziel gibt La Mulana nicht her. Man muss es erkunden.

Letztendlich war genau das auch der Grund, weshalb ich dieses Spiel unbedingt weiter spielen wollte: Was versteckt sich in La Mulana? Wohin geht die Reise? Was kann ich hier finden? Meine Tendenz: Positiv!

Der Heilige Gral

Lange hat es nicht mehr gedauert, bis ich eines der wertvollen Ausrüstungsgegenstände fand: Den heiligen Gral. Mit diesem könnt ihr euch an besuchte Speichersteine teleportieren, die ihr jeweils einmal pro Areal findet. La-Mulana selbst ist riesig: 21 dieser Areale gibt es plus ein Verstecktes, welches nur in La Mulana-Ex zu finden ist. Da ist es ein Segen, das ganze Spiel nicht von Anfang bis Ende durchlaufen zu müssen. Dies ist inbesondere dann nervig gewesen, wenn man gerade auf dem Weg zu den heißen Quellen ist, um sich zu regenerieren. Aber nicht nur das Teleportieren hat der heilige Gral drauf, sondern auch die Fähigkeit des schnellen Speicherns. Wurdet ihr doch mal in den Tod gezwungen, werdet ihr automatisch an dem letzten Speicherpunkt wiederbelebt. Praktisch aber gleichzeitig auch ein Verhängnis, denn: Technisch sauber ist das Spiel leider nicht. In unerklärlichen Situationen stürzt das Spiel ab. Und solltet ihr davor nicht fest gespeichert haben, geht euer gesamter Spielfortschritt verloren. Altbacken eben.

Versteckte Bosse

Nach und nach findet man mit Fleiß und Verstand weitere Waffen, Software und Ausrüstungsgegenstände wie Wurfwaffen, dessen Munition man sich mit Geld in den diversen Shops erkaufen muss, ein Messer, einen Textspeicher oder eine magische Perle, die einen in giftigem Wasser beschützt. Dabei nimmt der Schwierigkeitsgrad immer weiter zu. Ich selbst musste an einem Punkt aufgeben und eine Komplettlösung zur Hilfe nehmen. Die wichtigsten Gegenstände sind sogenannte Ankhs, die für die versteckten Endgegner benötigt werden. Diese befinden sich in uralte Kreuze, die erst nach einem weiteren Rätsel an bestimmten Positionen erscheinen. Ihr merkt schon, Indiana Jones ist nichts dagegen. Pro Endgegner wird ein Ankh benötigt, wobei diese unabhängig ihres Fundortes in anderen Arealen benutzt werden kann. Ist der Endkampf ausgelöst, gibt es nur euch und das riesige Monster. Pygmy Studios hat dabei darauf geachtet, die Kämpfe nie gleich zu gestalten. Und das gelingt denen auch sehr gut. Diese Passagen sind die anspruchsvollsten im gesamten Spiel und erfordern anfangs eine genaue Analyse der Schwachstelle.

Mysteriös

Abwechslungsreich sind auch die Darstellungen der Endgegner und Areale. Eine Mehrköpfige Schlange, ein riesiger Hai, ein ägyptischer Gott beispielsweise zeugen von Kreativität. Die Areale wechseln zwischen den klassischen Tempeln zu altägyptischen Pyramiden, alten Höhlen, feurige Vulkane oder futuristische Labyrinthe. Wie bereits gesagt, verzichtet Pygmy-Studios auf eine HD-Überarbeitung, sodass ihr auf eurem Bildschirm die Originaltexturen habt. Dadurch ist die Grafik nicht automatisch schlecht, sondern sieht schlichtweg verpixelt alt aus ohne mit großartigen Animationen zu überraschen und ist damit ausreichend zwecksmäßig. Dafür werdet ihr mit einem abenteuerfreudigen Soundtrack begleitet, der ebenfalls nicht ganz auf dem neuesten Stand ist und bei dem pro Areal nur ein Titel verfügbar ist. Allerdings passt er zu La-Mulana und den Geheimnissen und lädt definitiv zum Erkunden ein.

Fazit: Meine positive Prognose hat sich nicht ganz bewahrheitet. Grund hierfür liegt in den zahlreichen Rätseln, die ich leider ohne Hilfe nicht lösen konnte. Allerdings bekommt man bei La-Mulana Ex absolute Abenteuer-Kost geliefert: Mit Geschick und Verstand das einsetzen, was man zur Verfügung hat. Das ist wohl der wichtigste Punkt, den alle Interessenten berücksichtigen müssen. Sonst frustet La-Mulana Ex mehr als das es Spaß macht. Und Spaß macht die Erkundung des riesigen Spiels allemal! Die alte Spielmechanik und Grafik dagegen stört nicht; Was stört sind die zufälligen Abstürze, die einem den so wichtigen Spielfortschritt klaut.

Abenteuerlustige und Rätselfreunde sollten beim Kauf abwiegen, ob sie sich dieser Herausforderungen stellen möchte. Wer das macht, bekommt einen einzigartigen Platformer mit toller India Jones-Atmosphäre.

Lars Leidenschaftlicher Gamer, Ehemann und IT-Berater. Liebt seine PS Vita, seinen Hund und Wordpress. Seit 2011 Redakteur und seit 2013 Administrator und Webmaster von yourPSVita.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei