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Test – The Swindle

Test – The Swindle

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Positiv
60% - 71%

Unser erster Eindruck war

Unsere Bewertung

29.08.2015 – Test

Wer schon immer einmal zum Dieb werden wollte, ohne im echten Leben Straftaten begehen zu müssen, der darf nun aufhorchen. Seit dem 28. Juli könnt ihr euch mit Curve Digitals Steampunk Plattformer The Swindle auf den großen Raubzug vorbereiten. Dank Cross-Buy könnt ihr euch auch auf allen PlayStation-Konsolen losschwingen. Ob der Raubzug lohnenswert ist, erfahrt ihr in der Vorschau.

Begrenzte Zeit

Das Spiel gibt euch exakt 100 Tage, um euch auf einen großen Einbruch vorzubereiten. Wie ihr diese 100 Tage verbringt ist euch, im gewissen Maße, selbst überlassen. Ihr müsst zur Vorbereitung aber Geld verdienen und Diebe verdienen ihr Geld natürlich mit Diebstählen. Also könnt ihr verschiedene Diebstähle absolvieren. Ihr wählt dabei nur zwischen den Sicherheitsstufen, die ihr freigeschalten habt. Nachdem die 100 Tage abgelaufen sind, startet ihr zwangsläufig mit dem finalen Raubzug, ob ihr wollt oder nicht.

Roboterwachen?

Nach der Auswahl einer Sicherheitsstufe, wird aus vorgegebenen Elementen ein Level generiert. Jedes Level ist mehr oder weniger einzigartig. In den etwa fünfzig Tagen, die ich schon gespielt habe, habe ich zwar viele ähnliche Elemente gesehen, aber die Vorgehensweise in den Leveln ist kaum auf ein vergleichbares übertragbar. Hauptaspekte der prozeduralen Generierung sind nämlich die Fallen, Computer und die Wachen. Mit der Hacken-Fähigkeit könnt ihr Computer hacken und Geld an euch auszahlen. Desweiteren findet ihr Geldhaufen auf dem Boden – meiner Meinung nach, legen die Hausbesitzer es darauf an, ausgeraubt zu werden. Eure Einnahmequellen sind also gesichert, wenn ihr es schafft, in das Gebäude zu gelangen und die Wachen auszuschalten.

Alle Wachen sind Roboter, unterscheiden sich aber in ihrem Modell. Werdet ihr von einer Wache gesehen, so beginnt der Alarm. Sobald der Alarm ausgelöst wurde, beginnen die Wachroboter alle herumliegenden Geldbündel zu zerstören und die Computer schreddern ihr Geld. Es ist also extrem wichtig vorsichtig vorzugehen, um die höchstmögliche Beute zu erreichen. Aber nicht immer ist alles Geld einfach zu erreichen. Einige Räume haben keinen Zugang und müssten freigesprengt werden. Dies kann zu Beginn nur von der Polizei geschehen und später könnt ihr selbst Bomben verwenden. Die Polizeiroboter tauchen kurze Zeit nach dem der Alarm ausgelöst wurde auf und versuchen euch auszuschalten. Sie haben sogar ein spezielles Flugzeug mit einer Gatling Gun. Die Wachroboter sind auch sehr gut ausgerüstet. Bis auf ein paar wenige unbewaffnete Roboter können die meisten durch Fäuste oder Knüppel eurem Raubzug ein schnelles Ende bereiten. Die vielen Gegnerarten sind gut gestaltet und bringen ein interessantes taktisches Konzept ins Spiel. Mit steigender Sicherheitsstufe findet ihr auch immer stärkere Gegner, die ein neues Vorgehen erfordern.

Hochtechnologisiert aber arm

Eure Diebestruppe, ihr erhaltet einen neuen Charakter, wenn eurer aktueller Dieb stirbt, hat ein eigene Luftschiff und Zugang zu Bomben, Rauchgranaten, speziellen Brillen und weiterer High-Tech-Ausrüstung. Das einzige was ihnen fehlt ist Geld. Ich sehe aber wenig Chancen, dass ich in 100 Tagen alle Gegenstände und Upgrades bekomme. Es bedarf also genauer Überlegung, welche Upgrades ihr kauft. Ich finde sowas aber besser, als alle Upgrades zu bekommen. Das verdiente Geld muss mit mehr Sorgfalt ausgegeben werden und ich muss meine Spielweise an die Upgrades anpassen.

Grundlegend kann euer Dieb springen, an der Wand herunterrutschen und zuschlagen. Mit eurem Angriff könnt ihr die Roboter ausschalten. Ohne Stärkeupgrade reicht ein Angriff nur bei den schwächsten Angriffen. Gerade bei Robotern, die mehrere Treffer aushalten, ist auf ein effektives Vorgehen zu achten. Die Steuerung gefällt mir an und für sich recht gut. Etwas problematisch sind einige Sprünge, die sehr knapp sind und mit einem Sprung mehr schlecht als recht funktionieren. Das Hauptproblem an der Steuerung ist ihre etwas langsame Reaktion bei Sprüngen. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, geht die Steuerung aber besser von der Hand. Ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig bleiben die Ladezeiten. Sie sind noch nicht spielschädigend, aber ihr müsst etwas vor Beginn einer Mission warten, was etwas den Nervenkitzel aus dem Spiel nimmt.

Steampunk

Grafisch ist The Swindle ein echter Hingucker. Die Steampunkt-Welt wird mit einer regelrecht einschüchternder aber doch schönen Umgebung gestaltet. Die handgezeichneten Wolken und Rauch in Kombination mit einem Zeichenstil, der etwas an Schraffur erinnert bringen ein rundes Bild zu Tage. Die Umgebung besteht zwar meistens aus Müll, aber sogar bei Gestaltung der Müllberge wurde sich Mühe gegeben. Man kann Einzelteile, wie z.B. Kühlschränke oder Kamine entdecken. Dennoch wirken die ärmeren Gebiete extrem trübe. Insbesondere, wenn man sieht wie viel Geld in Sicherheit gesteckt wurde und wie karg die Wohnungen eingerichtet wurden. Ab der Sicherheitsstufe zwei werden die Gebäude etwas hübscher, aber sie sind weiterhin ein Zeichen einer düsteren Welt, die ich gerne Dächer erklimmend und Wachroboter niederschlagend erkunde.

Ebenso interessant ist der Soundtrack des Spiels. Sie bildet zwar das Ambiente der Umgebung nach, passt aber nicht so wirklich zum Spiel. The Swindle erfordert ruhiges Vorgehen, zumindest bis die Sirenen heulen und der Soundtrack ist immer schnell und fordert euch geradezu auf loszurennen und das Gebäude zu erstürmen. Der hinter der Musik liegende Druck zeugt davon, dass die Designer sogar ihre Musikauswahl gut überdacht haben. Erst wenn die Polizei in das Gebäude eindringt und überall Alarme herumtönen und das Polizeiflugzeug auf euch das Feuer eröffnet, passt die Musik perfekt zum Gameplay.

Zwischenfazit: The Swindle präsentiert ein interessantes Spielkonzept mit gutem Schwierigkeitsgrad. Aber ich persönlich bin kein Fan von Zeitlimits in Spielen. Dennoch ist ein Zeitlimit kein großes Hindernis, wenn das Spiel es gut umsetzt und auch ausreichend Gründe für Wiederholungen bietet. Ob das der Fall bei The Swindle ist, muss ich erst noch herausfinden. Die verschiedenen Upgrades und die tolle Gestaltung des Spiels sind definitive Pluspunkte. Dagegen steht aber eine etwas gewöhnungsbedürftige Steuerung. Nach etwas Übung konnte ich zwar recht gut mit ihr umgehen, aber ob sie nicht in hohen Schwierigkeitsgraden zum Problem wird, bleibt abzuwarten. Auch die technische Komponente schmälert den Spielspaß der schweren, aber die spielerischen Fähigkeiten belohnenden Herausforderung. Mangels eindeutiger Tendenz erhält das Spiel noch einen Vertrauensvorschuss und gilt als positiv.

Nach guten 23 Stunden bin ich mit meinem Raubzug fertig und war ehrlich gesagt wenig erfolgreich, was die finale Mission betrifft. Die 100 Tage bis zur finalen Mission sind in viereinhalb bis sechs Stunden zu schaffen. Das gilt allerdings nur, wenn man recht vorsichtig ist und versucht das gesamte Geld einzusammeln.

Steampunk-Paradies

Wie ich schon in der Vorschau angedeutet habe, ändert sich die Darstellung des Spiels etwas, wenn ihr höherer Sicherheitsstufen erreicht. Das stimmt auch weiterhin, wobei ich von der höchsten Sicherheitsstufe und dem finalen Level beeindruckt war. Diese sind wirklich sehr schön gestaltet, gerade wenn man die Vorgaben durch den Steampunk in Betracht zieht. Aber leider hatte ich nur wenig Zeit mir die Umgebung anzuschauen, weil das Spiel doch schnell sehr fordernd wurde.

Das Geld begraben …

Der Schwierigkeitsgrad von The Swindle ist wirklich nicht zu unterschätzen. Es gibt kaum Filter, die die Levelgenerierung behindern. Woran man es merkt? Mehr als einmal bin ich schon mangels Doppelsprung – vielleicht doch eine gar nicht so schlechte Investition – so gelandet, dass ich nicht mehr zurückkam. In einer solchen Situation bleiben nur zwei Optionen: die Programmierung oder sich selbst beschuldigen. Mangels einer Möglichkeit die Räume zu überblicken oder einer Karte ist die erste Option relativ leicht zu ziehen. Andererseits verlangt das Spiel vom Spieler bereits bei Auswahl der Sicherheitsstufe eine Abwägung. Entweder wird das Risiko erhöht, um mehr Geld zu sammeln oder das Risiko wird gering gehalten und so das sammeln von Geld leichter zu machen. Ihr erhaltet außerdem Boni, wenn ihr mehrere Missionen mit einem Dieb absolviert. Diese Abwägung ist im ganzen Spiel erforderlich und jedes eingegangene Risiko will gut abgewägt sein.

Es gibt aber auch Level, deren Herausforderungsgrad selbst für mich frustrierend sind z.B. Wachen mit großem Sichtfeld auf sehr kleinen Plattformen oder ein Riesenhaufen Geld ist tief unter der Erde vergraben. Manchmal ist dabei jeder Versuch hoffnungslos und manchmal helfen auch einige Upgrades weiter. Aber selbst wenn mich ein oder zwei Level einmal zum Beenden des Spiels angeregt hatte, bin ich schnell wieder zurückgekehrt, weil ich mich weigere von einem Spiel besiegt zu werden. Manchmal bekommt ihr aber sogar sehr einfache Level, die euch einen guten Start ins Spiel geben. Wer nichts gegen Frustration einzuwenden hat, der wird also bei The Swindle die einen oder anderen bösartigen Level finden.

Die Spirale des Todes

Der Schwierigkeitsgrad von The Swindle ist nicht abhängig vom Erfolg eurer Missionen. Das bedeutet, wenn ihr häufiger eine Mission verliert, erhaltet ihr kein Geld und könnt euch keine Upgrades kaufen. Seid ihr hingegen sehr erfolgreich erhaltet ihr viele Upgrades und könnt leichter die höheren Schwierigkeitsgrade angehen. Hinter diesem System steckt nicht nur eine starke Herausforderung das Spiel weiterzuspielen, sondern auch eine Gefahr für erfolgreiche Spieler. Logischerweise ist die Chance eine Mission zu vergeigen deutlich höher in höheren Schwierigkeitsgraden. Hier kann schnell die Arroganz des Spielers zum Verhängnis werden.

Technisch schwierig

In der Vorschau habe ich bereits von den zwei technischen Schwachpunkten des Spiels berichtet. Die Ladezeiten bleiben auch weiterhin störend. In Sachen Steuerung muss ich meine bisherige Einschätzung etwas weiter nach unten korrigieren. Leider brauchen einige Aktionen in The Swindle sehr viel Feingefühl und eine genaue Ausführung. Das ist leider nicht immer möglich. So viel verdient die meisten Tode meinerseits waren, waren doch ein paar dabei, die aufgrund der Verzögerung beim Springen entstanden sind. In der finalen Mission des Spiels sind aber teilweise punktgenaue Sprünge nötig, sei es um eine Wache auszuschalten oder eine bestimmte Stelle zu erreichen.

Fazit: The Swindle ist es von Anfang an nicht gelungen mich auf eine klare Seite zu ziehen. Einerseits stehen die technischen Schwierigkeiten in Form von leicht schwammiger Steuerung und den Ladezeiten meinem Spielspaß entgegen. Andererseits hat mir das Herumexperimentieren mit den verschiedenen Upgrades und den unterschiedlichen Leveln sehr viel Spaß gemacht. Auch der Schwierigkeitsgrad hat mir die eine oder andere harte Nuss zum knacken gegeben. An einigen Nüssen habe ich mir sogar die Zähne ausgebissen. Insgesamt hat mir das Spiel aber doch gut gefallen. Gerade prozedural generierte Level finde ich sehr ansprechend, weil ich auch auf vermeintlich unmögliche Situationen stoßen kann. Der Versuch das System zu überlisten und doch die Mission erfolgreich zu beenden ist Ansporn genug. Am Ende kann ich The Swindle als solides PS Vita-Spiel bezeichnen.

Ich kann The Swindle denjenigen empfehlen, die sich nicht an längeren Ladezeiten und der etwas schwammigen Steuerung stören und auf der Suche nach einem herausfordernden Plattformer sind, der von euch höchste Konzentration verlangt. Auch Fans von überraschenden Leveldesigns finden hier sicherlich die eine oder andere Kuriosität.

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Das Spiel habe ich Urlaub jeden tag gezockt.
Die Steuerung und das Konzept sind genial.
Leider gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht das Update, wodurch das Spiel extrem schwer war und durch die zufällige Gestaltung der Level teilweise kaum zu schaffen. Man musste also eine Strategie entwickeln, welche updates zuerst gekauft werden müssen. Durch das Update soll dieses Manko ja behoben werden. Hier habe ich aber noch keinen Test gemacht.
85 % wären wohl okay.