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Test – Teslagrad

Test – Teslagrad

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Positiv
79% - 85%

Unser erster Eindruck war

Unsere Bewertung

08.12.2015 – Test

Es hat lange gedauert, bis Rain Games Teslagrad es auf die PS Vita geschafft hat. Der von vielen Spielern gefeierte Platformer ist nun seit dem 27. November im deutsche Playstation Store für 14,99 Euro inklusive 3-Way-Cross Buy für PS4, PS3 und eben PS Vita erhältlich. Wir haben uns dem magnetisierenden Titel angeschaut und sagen euch, wie sehr es uns angezogen hat.

Ein Waise

Das Spiel beginnt mysteriös: Ein Vater bringt sein Baby in ein Haus und verschwindet. Die Zeit rennt und plötzlich erscheinen Soldaten, die das nun herangewachsene Kind haben wollen. Danach geht es auch sofort los. Die Spielmechanik ist typisch Platformer: Springen und Laufen. Schon früh macht ihr Bekanntschaft mit der Physik: Ihr landet auf einer Waage, die ihr mit eurem Gewicht bewegen müsst um auf die nächste Plattform zu gelangen. Genauso fordert Teslagrad euer Geschick schon früh heraus, indem ihr vor den Soldaten weglaufen und Feuer- sowie Elektrizitätsstellen im Eiltempo überbrücken müsst. Habt ihr es dann in die Burg und damit auch die kurze, mysteriöse Einführung geschafft, fängt das eigentliche Spiel an.

Nikola Tesla

Magnetismus spielt fortan eine große Rolle. Früh lernt ihr, dass sich gleichfarbige Pole abstoßen und unterschiedliche sich anziehen. Es beginnt mit kleinen Robotern, die euch bei Berührung magnetisieren und ihr damit eine für den normalen Sprung zu große Hürde nehmen müsst. Kurz danach bekommt ihr auch schon euren ersten Gegenstand: den Magnethandschuh. Damit lassen sich bestimmte Objekte polarisieren. Und zwar entweder als Minus oder als Pluspol, je nachdem welchen Knopf man drückt. Und schon beginnen die Rätsel- und Plattform-Elemente anzuziehen, indem es von euch die physikalischen Gesetze zum Magnetismus verstanden wissen will und damit auch euer Geschick auf die Probe stellt. Man merkt, dass Teslagrad kein gewöhnlicher Platformer ist. Das Leveldesign ist dabei bislang gut durchdacht, was sicherlich auch an den gut gelegten Checkpoints liegt. Eine Begrenzung bei eurer Lebensanzahl gibt es nicht und das ist auch wichtig, da man nicht immer weiß, wie die Situation einzuschätzen ist.

Fragezeichen

Was jedoch schon nach kurzer Zeit auffällt: Was ist das Ziel des Spiels? Zu der Geschichte ist kaum etwas bekannt; Bislang hatte ich nur ein Theaterraum gefunden, das in einem kleinen Theaterspiel euch versucht, etwas zu vermitteln – was es jedoch ist und wie man es einzuordnen hat, bleibt ein großes Fragezeichen. Dieses Gefühl der Planlosigkeit wird dadurch verstärkt, dass das Spiel keinen linearen Weg vorgibt. Jedes Areal ist frei zugänglich, sofern man denn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt. Die Atmosphäre hüllt Teslagrad mit den ruhigen Klavierklängen ebenso in ein mysteriöses Gewand, welches mit einem schönen Artwork und tollen Parallax-Effekt komplettiert wird. Zwischen den Arealen gibt es kurze Ladezeiten, die das bislang sehr flüssige Spielgeschehen nur wenig stören.

Zwischenfazit: Rain Games geht mit Teslagrad in der ersten Stunde ein Risiko ein. Ohne geschichtliche Einleitung oder Erklärungen im Spiel untersucht man das riesige Schloss mit einem Charakter, den man gar nicht kennt. Das Spielkonzept rund um den Magnetismus ist interessant und alles andere als gewöhnlich. Es muss sich jedoch zeigen, wie das anfangs kluge Rätsel- und Leveldesign aufrechterhalten wird ohne zu eintönig und zu schwer zu werden. Bislang macht Teslagrad alles gut, weshalb mein Eindruck positiv ist.

Fünf weitere Stunden Spiel zu 100% durch. Alle Fragen und Bedenken sind ausgeräumt. Ob es ein gutes oder schlechtes Zeichen, will ich euch nun sagen.

Versteckte Geschichte

In der Vorschau hatte ich angemerkt, dass man etwas planlos ohne geschichtlichen Hintergrund durch das Schloss von Teslagrad wandelt. Dieses Gefühl bestand auch lange Zeit trotz weiterer Theaterstücke, die eine Zusammenarbeit und dann den Krieg zwischen zwei Menschen zeigen. Der Zusammenhang erschließt sich erst ganz zum Schluss durch Schriftrollen, die sich im gesamten Schloss einsammeln lassen. Jedes der 36 Schriftstücke zeigt ein Bild, welches in der Chronologie die Geschichte zwischen zwei Königreichen erklärt, in dessen Krieg der namenslose Junge nun hineingezogen wurde. Ohne zu viel Spannung aus der ohnehin dünnen Geschichte nehmen zu wollen, wird das Ziel und damit auch der Endgegner deutlich. 15 Stück werden für den Abschluss benötigt, die man ohne groß zu suchen schnell gesammelt hat. Im Übrigen: Habt ihr alle Schriftrollen gesammelt und das Spiel durchgespielt, habt ihr sämtliche Inhalte des Spiels gesehen und alle Trophäen freigeschalten. Der Wiederspielwert ist daher nicht vorhanden.

Nichts für schwache Nerven

Der Fokus von Rain Games wird damit klar auf den Teil der Spielmechanik und dem Erkunden gelegt. Letzteres macht aufgrund der schönen Atmosphäre, die durch die liebevollen Details, zahlreichen Wandmalereien, den schönen Artwork und nicht zuletzt auch durch den schönen, ruhigen Soundtrack hervor gehoben und sehr gut transportiert wird, sehr viel Spaß. Ersteres ist jedoch nichts für Anfänger, denn der Schwierigkeitsgrad nimmt noch mal kräftig zu – insbesondere wenn man die zum Teil schwer erreichbaren Schriftrollen einsammeln möchte. Da Magnetismus viel mit Wellen und Anziehungskraft zu tun hat, bleibt euer Timing für eure Aktionen das A und O. Beispiel: Gegensätzliche Pole ausnutzen, um höher zu springen, direkt danach an der Wand zu klettern, um sich sofort wieder durch Elektrizität zu beamen und einen Schalter zu betätigen. Im Laufe des Spiels bekommt ihr mit dem Magnetumhang und dem Teslastab zwei weitere Spielelemente, mit denen ihr euch einerseits selber polarisieren – und damit auch selber ins Geschehen eingreifen könnt – andererseits Objekte aus der Distanz polarisieren und Gegner eliminieren könnt. Das Thema Magnetismus wird von Rain Games weiterhin gut in das Level-Design umgesetzt, sodass wir stets neue Ideen zu Rätseln und Problemen bekommen ohne langweilig oder monoton zu werden. Mit eingebaut sind insgesamt vier Bosskämpfe, die sich im Schwierigkeitsgrad nochmal deutlich steigern. Wie gesagt, Teslagrad ist kein einfaches Spiel. Apropos: Technisch gibt es weiterhin nichts zu beanstanden. Alles läuft flüssig von der Hand, keine Ruckler und zwischen den Arealen bleiben die Ladezeiten kurz. Top!

Fazit: Das große Geheimnis um Teslagrad ist gelüftet und trotzdem bleibt das Spiel ein spezieller Titel. Nicht nur wegen dem für viele abschreckenden Schwierigkeitsgrad sondern auch wegen der versteckten Geschichte, das zum Erkunden und Mitdenken einlädt. Das Thema Magnetismus wird sehr gut in seine verschiedenen Bereiche getrennt, als Spielmechanik implementiert und für viele als unsichtbare, mysteriöse Kraft wunderbar atmosphärisch aufgefangen.

Die Empfehlung geht daher an diejenigen, die auf der Suche nach einem herausfordernden und atmosphärischen Platformer sind.

Lars Leidenschaftlicher Gamer, Ehemann und IT-Berater. Liebt seine PS Vita, seinen Hund und Wordpress. Seit 2011 Redakteur und seit 2013 Administrator und Webmaster von yourPSVita.

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