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Test – Tennis in the Face

Test – Tennis in the Face

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09.05.2015 – Test

10Tons will mit ihrem neuen Spiel Tennis in the Face zeigen, dass Tennis lustig und schmerzhaft ist. Der Physikpuzzler erschien am 18.03.2015 für 4,99 Euro, reiht sich als Nachfolger von “Clown in the Face“ in eine komische Reihe an Physikpuzzlern ein und ist ebenfalls zuerst als Smartphonespiel erschienen. Nun hat sich der Physikpuzzler rund um Clowns und Tennisbällen auch auf die PS Vita und dank Cross-Buy auch auf die PS3 und PS4 geschlagen. Ob ihr mit dem Spiel für den Davis Cup trainieren könnt, erfahrt ihr bei uns im Test.

Spiel, Satz und Explodz

Ich bin ein großer Fan von Physikpuzzlern, auch wenn ich mich bis jetzt immer an die kostenlosen Vertreter der Gruppe gehalten habe. Der Vorteil daran ist offensichtlich: egal wie gut oder schlecht das Spiel, es hat mich nur Zeit gekostet. Was braucht es aber für einen guten Physikpuzzler? Die Antwort ist eigentlich klar. Gute Physik, interessante und herausfordernde Rätsel und eine zum Spielen einladende Atmosphäre, die einen dazu bringt, selbst bei mehrfachen Versagen noch kämpfen zu wollen. Die Rätsel im Spiel sollten deswegen auch nicht zu leicht sein, sondern vielmehr erwarte ich, dass das Spiel mit einer guten Lernkurve recht gut anzieht und in späteren Abschnitten auch wirklich eine Herausforderung darstellt. Ausreichend dafür wäre es schon, wenn nur das Ergebnis „Perfekt“ für ein Level schwierig genug ist. Um den Schwierigkeitsgrad hoch zu halten dient insbesondere die Physik des Spiels. Sie sollte unterschiedliche Spielmechaniken einführen und durch unterschiedliche Elemente und verschiedene Hindernisse abwechslungsreiche Umgebungen kreieren. Abschließend bedarf es noch einer passenden Steuerung, um die Spielmechanik genau zu verwenden.

Tie-Break

Ihr spielt den Tennis Star „Pete Pagassi“, dessen Karriere wegen seiner Energydrink-Abhängigkeit den Bach heruntergegangen ist. Er macht die Firma „Explodz“ dafür verantwortlich, die das gleichnamige Getränk herstellt. Nun möchte er sich an Explodz rächen und die Stadt aus der Kontrolle des Getränkehersellers befreien. Um die Firma zu zerstören, muss er sich durch die Stadt kämpfen und dabei Explodz-Mitarbeiter und süchtige Passanten mit seinem Aufschlag ausschalten. Für einen Physikpuzzler hat Tennis in the Face eine sehr humoristische Story, die mit Zeitungsartikeln aufgefrischt werden.

Deuce

Das Spiel besteht aus mehreren Sektoren mit verschiedenen Gegnern. Jeder Sektor hat ca. 13 Level und optional verschiedene Leaderboards. In den Leaderboards tretet ihr in verschiedenen Disziplinen an und könnt versuchen, besser als andere Spieler zu sein. Etwas was mir nicht gelingen will. Um einen neuen Abschnitt erreichen zu können, müsst ihr eine bestimmte Anzahl an Level absolvieren. Danach könnt ihr mit den örtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln in den nächsten Stadtteil fahren. Ihr werdet ca. zwei Stunden benötigen, um alle Level des Spiels zu absolvieren. Die Spielzeit verlängert oder verkürzt sich je nachdem, wie viele Versuche ihr pro Level braucht. Wer ein Level absolviert, ohne eine bestimmte Anzahl an Schlägen zu benötigen, der wird mit einer Krone belohnt. Um jedes Level mit einer Krone zu versehen, könnt ihr nochmal mit zwei bis vier Stunden rechnen. Das Spiel ist zwar recht schnell beendet, bietet aber mit den Leaderboard und den Kronen noch einiges an Zusatzinhalt.

Ass

Die einzelnen Level in Tennis in the Face spielen sich nach dem klassischen Physikpuzzler-Prinzip. Pete ist hierbei euer Startpunkt, denn er hat immer Aufschlag. Seine primäre Waffe sind seine treuen Tennisbälle. Die kleinen gelben Bälle fliegen in ziemlich gerader Linie und sind trotzdem noch recht sprunghaft. Sie prallen ca. 10 Sekunden lang von fast allen Oberflächen ab, werden aber langsamer und springen schlechter. Ein Ball kann sich aber auch früher auslösen, sollte er auf bestimmte Spielelemente treffen, z.B. Altmetall oder Glas. Aber in einigen Leveln greift Pete lieber zu einer der verhassten Energydrink-Dosen. Statt in gerader Linie, fliegen diese in einer Bogenform und sind deutlich weniger sprunghaft. Als Ausgleich explodieren sie nach kurzer Zeit und wirken somit in einem Radius um sie herum. Gesteuert wird Pete mit dem linken Stick. Die Schusslinie zeigt euch, in welche Richtung euer Ball fliegen wird. Dabei ist das Spiel sehr genau und verlangt von euch auch eine hohe Präzision. Mit einer bestimmten Zahl an Schlägen ist es euer Ziel, alle Gegner auszuschalten. Bei den meisten Gegnern reicht ein Treffer, andere sind durch Schilde oder Schutzanzüge gesichert. Die verschiedenen Gegnertypen in Tennis in the Face sind interessant und lustig. Am Anfang kämpft ihr gegen Clowns, Polizisten, Anzugträger und später auch gegen Explodz-Forscher und Bürger, die sich für Ritter halten und Schilde mit sich herumtragen. Für erfolgreiches Ausschalten erhaltet ihr Punkte und könnt so in jedem Level neben einer Krone fürs Ausschalten mit möglichst wenig Bällen auch den Highscore verdienen. Das Spielprinzip von Tennis in the Face ist sehr gut gelungen. Zu Beginn sind die Rätsel zwar sehr leicht, aber schon bald werden diese deutlich anspruchsvoller. Schon nach ein zwei bis drei Abschnitten könnt ihr keine Runde mit den Aufschlägen allein gewinnen. Ihr müsst die Umgebung aus Ballbehältern, Metallkugeln und anderen Objekten schlau einsetzen. Insbesondere der Einsatz anderer Gegenstände kann zu zufälligen Niederlagen führen, weil die Objekte mal ungünstig abprallen können. Das kann manchmal etwas frustrierend werden, aber es bietet auch sehr lustige Optionen ein Level zu gewinnen, insbesondere wenn ein Gegner seinen Kollegen ausschaltet. So werden die Level auch nicht so schnell langweilig. Mit den unkonventionellen Lösungen habt ihr sogar eine Chance auf die beste Highscore.

Kein Centre Court

In der Darstellung setzt Tennis in the Face auf eine quirligen und bunten Mischung. Die Musik ist leider wenig einprägsam. Sie ist zwar recht fröhlich und begleitet euch überall hin, aber ich musste schon genau hinhören, um überhaupt etwas zu ihr sagen zu können. Dagegen passen die Soundeffekte sehr gut zu den einzelnen Objekten und deren Verhalten bei einem Treffer. Grafisch orientiert sich das Spiel an einem comicartigen Stil, der sich insbesondere im klassischen Eindrehen der Zeitungsartikel zeigt. Gerade der Hintergrund ist aber ziemlich monoton. Er bleibt eigentlich, bis auf die unterschiedlichen Spielumgebungen auf dem Hintergrund, immer gleich. Insgesamt gefällt mir die Darstellung des Spiels recht gut, sie bietet aber doch wenig Abwechslung und wird so recht repetitiv. Schade, weil so potential verschenkt wird.

Fazit: Tennis in the Face ist ein guter Vertreter seiner Art. Mit seiner sehr genauen Physik bietet das Spiel sogar einen höheren Schwierigkeitsgrad als andere Vertreter. Die Level machen trotzdem Spaß, auch wenn einige Versuche benötigt werden könnten, insbesondere wenn ich eine neue und lustige Möglichkeit zum Erledigen von Gegnern gefunden habe. Diese unterschiedlichen Arten das Level zu beenden und die Highscorelisten steigern definitiv den Wiederspielwert für mich, trotz seiner Kürze, deutlich. Auch die lustige Gegner- und Storydarstellung verleihen dem Spiel einen besonderen Charme, der für einen kleinen Preis zu haben ist. Neben diesen besonders positiven Sachen stört die angesprochene Monotonie trotzdem und schränkt den Wiederspielwert leider etwas wieder ein. Hier wurde etwas an Potential verschenkt, was das Spiel zu einem herausragenden Physikpuzzler gemacht hätte.

Tennis in the Face ist das Spiel für alle Liebhaber von Physikpuzzlern, die gerne an unterschiedlichen Lösungen und der Highscore rumtüfteln. Aber auch wer nur ein günstiges Rätselspiel für unterwegs sucht, wird hier auf seine Kosten kommen.

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