Test – SD Gundam G Generation Genesis

Test – SD Gundam G Generation Genesis

Test – SD Gundam G Generation Genesis

2
Positiv
90% - 97%

Unser erster Eindruck war

Unsere Bewertung

Vorschau

In Japan erfreut sich die Gundam-Reihe eine großer Beliebtheit und obwohl es auch hier viele Fans gibt, schaffen es dank der vielen Lizenzprobleme nur selten Spiele zu uns. SD Gundam G Generation Genesis ist ein Strategiespiel, welches das gesamte Gundam-Universum abdecken soll. Das Spiel ist seit dem 22. November in Japan erhältlich und dank Play-Asia konnte ich mir das Spiel auch anschauen. Ob SD Gundam G Generation Genesis schafft der Gundam-Welt Leben und Strategie einzuhauchen, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Hinweis: Das Spiel wurde uns freundlicherweise von Play-Asia zur Verfügung gestellt. Wenn ihr auch Interesse an diesem Spiel habt, dann schaut doch mal bei ihnen vorbei. Klickt einfach hier oder rechts auf das Logo von Play-Asia.

Die Welt der Gundams!

Die Geschichte von SD Gundam ist sehr schnell erzählt: Es gibt keine. Ihr spielt die wichtigsten Szenen aus der gigantischen Welt der Gundams nach. Angefangen über Klassiker wie Mobile Suit Gundam bis hin zu eher unbekannten Ablegern der Geschichte wie Mobile Suit Gundam MS IGLOO: The Hidden One Year War. Mit 17 vertretenen Serien und zwischen 2 – bisher nur bei einer Serie – und 7 Missionen landen wir insgesamt bei knapp 70 Missionen. Teilweise bieten die Missionen zwei Schlachtfelder, mit variierender Länge. Genug zu tun für erfahrene und unerfahrene Gundampiloten. Die Geschichte von SD Gundam ist natürlich etwas reduziert, aber die Charaktere und Situation wird immer sehr genau ausgearbeitet.

Die entscheidende Frage für den Test wird die Langzeitmotivation stellen. Da das Spiel keinen Modus für eigene Missionen oder Onlinekämpfe hat, ist es bisher schwierig abzusehen, ob das Spiel auch nach unzähligen Stunden noch Spaß macht.

SD mit voller Power

Grafisch bietet SD Gundam G Generation Genesis die schon im Namen angekündigte SD-Grafik. „SD“ steht für „super deformed“, die Einheiten sind alle als chibis dargestellt. Die Größe stört aber wenig, weil das Spielsystem entweder im Grid-System oder mit CGIs gezeigt wird. Beides ist sehr gut gelungen und die Präsentation der Geschichte auf dem Grid und mit Dialogen auf CGI ist sehr gut gelungen.

Während des Kampfs habt ihr die freie Wahl, ob ihr die animierte Version eines Angriffs oder einfach das Ergebnis sehen wollt. Letzteres ist sehr gut, wenn man nicht alle Angriffe sehen will. Andererseits lohnt es sich wirklich sich die Angriffe anzuschauen. Ich habe mir deshalb angewöhnt, immer finale Angriffe anzuschauen, auch wenn ich das Ausweichen meistens verpasse. Gerade die Kombinationsangriffe und die speziellen Angriffe einiger Kämpfer sind extrem gut gelungen. Das was die anderen Spiele ihrer Art vermissen lassen haben, kann SD Gundam perfekt einfangen: Das Gefühl einer Schlacht kosmischen Ausmaßes mit allesvernichtenden Waffen und dem vollen Einsatz aller Beteiligter.

Komplexes System mit einfacher Umsetzung

Die Kämpfe in SD Gundam laufen nach einem einfachen Muster an: Ihr und eure Gegner müsst versuchen die Einheiten der anderen Seite zu vernichten. So einfach so gut, aber selten endet ein Strategiespiel auf dieser Ebene. Auch Gundam ist da keine Ausnahme. Denn ihr tretet mit Kampfmaschinen aller Größe und Art an. Das bringt verschiedene strategische Elemente mit sich. Das auffälligste Element ist die Angriffsreichweite. Je nach Einheit und zur Verfügung stehender Angriffe könnt ihr über größere Distanzen angreifen oder müsst persönlich mit metallenen Fäusten und Energieschwertern angreifen. Jeder Angriff von euch oder von den Gegnern kann aber einen Konter, Ausweichmanöver oder Verteidigungsmanöver einleiten. Der Vorteil von mittelalterlichen Strategiespielen ist das Fehlen von Energie, Mana oder ähnliches. Da wir im Zeitalter der Weltraumfahrt und überdimensionaler Kampfroboter leben, gibt es aber Energie. Ohne Energie gibt es keine Angriffe, keinen Schaden und keinen Sieg. Energiemanagement ist somit mindestens so wichtig, wie das Überleben eurer eigenen Kämpfer. In ihrem Schlachtschiff können alle Einheiten mit einer Runde Wartezeit beide Ressourcen widerherstellen. Apropos Schlachtschiff: Eine der wichtigsten Einheiten sind eure Schlachtschiffe, egal ob Panzer, Flieger oder Raumschiffe. Diese lagern und transportieren eure Einheiten, die ihr dann auf das Schlachtfeld schicken könnt – Ich habe dafür auch nur vier Missionen gebraucht, um es rauszufinden. Der Text „Sortie“ ist mir nur merkwürdig aufgefallen.

Neben den unterschiedlichen Fähigkeiten der Kämpfer ist jede Einheit mit mindestens einem Soldaten bemannt – Schlachtschiffe haben mehr. Diese haben neben Werten für das Steuern der Einheiten auch eigene Fähigkeiten. Damit bekommt ihr passive oder aktivierbare Kräfte, die z.B. eure HP/Energie wiederherstellen, eure Ausweichrate erhöhen oder eine Einheit zurück zum Schlachtschiff schicken. Das Spielsystem ist sehr gut gelungen und verbindet die strategischen Elemente geschickt mit den realistischen Aspekten der Steuerung von Kampfmaschinen.

Den eigenen Touch

Eine sehr gelungene Funktion hat mich auch am meisten Zeit gekostet. Beim Leveln der Maschinen, egal ob Gundam oder andere Waffe, wird diese nicht nur stärker, sondern kann auch umgebaut werden. Das Umbauen ist die schnellste Methode, um neue Einheiten produzieren zu können. Man kann einerseits erst so viele Einheiten wie möglich freischalten, aber verliert dabei möglicherweise starke eigene Einheiten, z.B. mein Phoenix Gundam Unleashed ist meiner Sammelwut zum Opfer gefallen, obwohl er gegnerische Einheiten recht gut vernichten konnte. Dank des Upgrade- und Bausystems, könnt ihr diesen Nachteil wieder ausgleichen.

Daneben könnt ihr auch eigene Charaktere erstellen, um sie in eure Gundams, Schlachtschiffe usw. zu stecken. Diese sind etwas schwächer als die rekrutierbaren Charaktere. Das macht eure Schiffe/Kämpfer eigentlich schlechter, aber eure Auswahl bei der Startfähigkeit, kann das ausgleichen. Das System ist ein netter Zusatz, aber weder besonders nützlich noch größer interessant, weil die Optionen für die Charaktererstellung recht schwach sind.

Zwischenfazit: Einen besseren Voreindruck hätte wohl kaum ein anderes Strategiespiel abliefern können. Die Qualität der Geschichte ergibt sich von selbst, denn ihr erlebt die wichtigsten Momente in der gewaltigen Geschichte des Gundam-Universums. Inklusive einer interessanten Linkfunktion, die es euch erlaubt, alle Seiten eines Ereignisses zu sehen. Im Gegensatz zu den anderen Vertretern des Gundam-Universums, die ich dieses Jahr testen durfte, hat es SD Gundam G Generation Genesis perfekt geschafft, die imposanten Angriffe umzusetzen. Das ist recht beeindruckend, weil die SD-Grafik sowas eigentlich schwer macht. Auch sonst sieht das Spiel sehr gut aus und bietet variable Schlachtfelder und Kämpfer. Letzteres werde ich erst im Test auswerten können, weil es so viele Einheiten gibt, die ich noch nicht gesehen und nicht freigeschalten habe. Bereits jetzt völlig überzeugt hat mich das super Einheiten-System, mit eigenen Piloten und den Gundams. Natürlich habe ich nur weiter in der Geschichte gespielt und nicht dumm gelevelt, um mehr Einheiten für die Produktionsliste freizuschalten! Ich bin gespannt, ob Gundam diesen tollen Eindruck auch im Test beibehalten kann. Bis ich die Frage nach der Langzeitmotivation klären kann, verbleibe ich gerne bei meinem positiven Zwischenfazit.

Test

Nach guten 100 Stunden beende ich meinen Ausflug in die Welt der Gundams. Ob ich mit dem Spiel fertig bin? Nein, noch lange nicht! Aber ich habe nun alle Elemente ausreichend genau erkundet, um mein Fazit ziehen zu können. Nehmen wir uns aber nicht den Spaß vorweg und fangen friedlich mit den noch offenen Punkten an.

Schwierigkeitsgrade

Ein interessantes Element eines Strategiespiels ist immer der Schwierigkeitsgrad. Grundsätzlich ist das Balancing in diesem Bereich recht schwierig, aber Bandai Namco ist eine gute Zwischenlösung gelungen, ohne nur die Werte/Level gegnerischer Einheiten und deren Kampfverhalten zu verändern: Sie tun beides. Die Einheiten kriegen einen höheren Level und greifen intelligenter an, also vermehrtes Fokusfeuer. Das kann mitunter ganz schön gefährlich werden. Ihr solltet euch an den vorgegebenen Schwierigkeitsgrad halten und die Missionen nacheinander in allen Schwierigkeitsgraden durchspielen. Warum das nicht nervtötend ist, werde ich später noch erklären. Die angesprochenen Elemente der Energie- und HP-Werte werden mit steigendem Schwierigkeitsgrad immer entscheidender. Eine Einheit ohne Energie ist den Angriffen der Gegner fast schutzlos ausgeliefert und sollte sich schnell in sein Schlachtschiff zurückziehen. Letztere werden aber auch zu keiner unüberwindbaren Bastion mehr, denn die Gegner werden schnell ihr Feuer auf das Schiff konzentrieren, was euch einiges an Einheiten kosten kann.

Strategische Tiefe

Einem Abschnitt möchte dem wichtigsten Teil eines jeden Strategiespiels widmen: Der Strategie. Damit ein Strategiespiel den Titel verdient, bedarf es einiger Elemente. Darunter sind für SD Gundam insbesondere Einheitenvielfalt, Balancing der Einheiten, Optionen für einen Zug und Gefahren für die eigenen Einheiten. Die Einheitenvielfalt werde ich noch und die Schwierigkeitsgrade habe ich schon abgehandelt. Das Einheitenbalancing habe ich schon in der Vorschau angedeutet und es hat sich nicht wirklich verändert. Ich hatte nur mehr Auswahl bei der Wahl der Piloten und der Fahrzeuge, was mir viel Varietät vor den Kämpfen und bei der Planung gab. Auch die Zugreichweite ist sehr wichtig. Jeder Charakter hat eine gewisse Grundmobilität, die er natürlich aufleveln kann. Das gibt vor, wie viele Felder ihr euch bewegen könnt und gilt natürlich auch für die Gegner. Zieht ihr also einfach ohne Nachdenken, kann das in höheren Schwierigkeitsgraden schnell gefährlich werden, insbesondere wenn die Schlachtschiffe ihre Verstärkung rausschicken. Sehr viel Spaß macht es, die Züge eurer Charaktere aufeinander abzustimmen, denn die Support-Angriffe verteilen nicht nur Erfahrung auf beide Charaktere, sondern bringen euch auch deutlich stärkere Angriffe. Dazu müsst ihr aber eure Einheiten so bewegen, dass sie in Angriffsreichweite sind, während die Einheit noch angreifen kann. Hat sie ihren Zug bereits absolviert, ist Feierabend. Dafür verbraucht sie ihren Zug nicht, nur die Energie für den Angriff. Es macht mir insbesondere Spaß die Schlachtschiffe mit so vielen HP dank mehreren Pinpoints – Angriffe auf ihre Schwachstellen – in einer Runde auszuschalten. Spaß für die ganze Familie.

Bevor ich mich anderen Aspekten widme, bin ich euch noch eine Antwort auf die Frage nach den Schlachtfeldern schuldig. Während sich die verschiedenen Gebietarten Weltraum, Land, See, Tiefsee, Luft und Mischungen aus diesen Kombinationen recht schnell erschöpfen, sind die Gebiete sehr unterschiedlich gestaltet. Gewisse Ähnlichkeiten tauchen nur beim Weltraum, mangels  Abwechslungsmöglichkeiten, der Tiefsee, aus demselben Grund und bei Schlachten, die in verschiedenen Serien am selben Ort stattfinden. Sonst sind die Schlachtfelder sehr variabel, teilweise sogar mit gut platzierten Klippen oder Gebäuden als Hindernisse.

Viel zu viele Einheiten

Gewaltig an SD Gundam ist nicht nur die Tiefe, die das Spiel bietet, sondern auch die Zahl der Einheiten. Nachdem ich die Produktionsliste, die zu Vorschau-Zeiten schwächliche 30 Einheiten beherrbergte, deutlich erweitern konnte, bekam ich ein gewaltiges Problem. Statt die guten und interessanten Einheiten nun umzuwandeln, behalte ich sie und kann nicht so viele Plätze ausfüllen, wie ich es gerne wollte. Irgendwie hat es Bandai Namco geschafft, dass ich nun ständig meine Teams ändere, um mit allen Einheiten zu spielen. Das ist bei knapp 50 verschiedenen Einheiten, die ich primär für Kämpfe nutze und noch 10 Einheiten, die ich zum Zeitpunkt trainiere, ein langes Unterfangen. Damit fällt das Leveln wieder zu kurz – nicht dass es die Schuld des Spiels wäre, aber es ist deprimierend genug, um mich darüber auszulassen. Meines Erachtens ein gutes Zeichen von Qualität, wenn ich über die Menge an gut gelungen und ausbalancierten Charakteren angefressen bin.

Mit kleinem Trick zu super Widerspielwert

Normalerweise wäre SD Gundam ein sehr langwieriges Spiel, weil die Dialoge weiterhin vor, während und nach den Kämpfen auftreten würden. Selbst mit etwas erhöhter Geschwindigkeit dauert das Geschwafel recht lange. Insbesondere bei den längeren Episoden wie Mobule Suit Gundam mit sieben meist mehrteiligen Missionen oder Mobile Suit Gundam MS IGLOO: The Hidden One Year War mit den vielen Dialogen vor und nach der Geschichte werden damit zu sehr langen Abenteuern und bei drei Schwierigkeitsgraden wird man einige Dialoge auswendig können. Als hätte Bandai Namco meine Gedanken schon vor der Entwicklung gelesen, gibt es die Möglichkeit die Dialoge von bereits absolvierten Missionen mit „Select“ zu überspringen. Zwar werden nur Szenen übersprungen, aber man kommt besser an die Kämpfe heran und kann die favorisierten Storyelemente lesen und hören. Das ist perfekt, wenn man eine Einheit nachrekrutieren oder leveln will, was ich sehr oft machen musste. Zum Glück hat man aber auch an uns arme Sammler gedacht.

Kurz vor Genial

Es gab nur eine einzige Sache, die mich am Spiel wirklich gestört hat: Das Fehlen eines weiteren Modi. Entweder ein Online-Modus oder die Möglichkeit frei Kämpfe und Kämpfer gegeneinander zu stellen. Nicht dass ich nicht genügend Spielinhalt gehabt hätte, aber es ist ein Gedanke, der mir während des gesamten Spiels nicht aus dem Kopf gegangen ist.

Fazit

SD Gundam G Generation Genesis ist ein absolut geniales Gundam- und ein sehr gutes Strategiespiel. Schon bei der Vorschau war ich sicher, dass das Spiel eines der besten Strategiespiele für unseren Handheld ist. Der Test hat diesen Eindruck bestätigt, weil es SD Gundam schafft das Gefühl der Animes aufs Spiel zu übertragen. Das gilt für die strategische Seite und das Design des Spiels. Die eigenen Einheiten und die gewaltige Menge an Standardeinheiten tun dabei ihr übriges für vielschichtige Strategien und Teams. Dank der bereits angesprochenen Animationen bekommt das Spiel auch das Gefühl von imposanten Schlachten. Das Herumexperimentieren und vorausschauende planen der Züge ist der eigentliche Grund, warum Strategiespiele immer zu meinen Lieblingsspielen gehören. Gundam hat mir deshalb auch so viel Freude bereitet, denn diese Elemente wurden sehr gut umgesetzt und wunderbar verpackt. In der Vorschau habe ich bereits die Arenen und die Grafik des Spiels gelobt, gerade bei den Arenen kann ich das im weiteren Verlauf auch bestätigen. Von Dschungeln, über die Tiefen des Meeres und den Weltraum sind alle Gestaltungen und Gebiete toll glungen.

Ich kann euch SD Gundam G Generation Genesis nur absolut ans Herz legen. Wer Strategiespiele mag, der wird hier einen absolut genialen Vertreter der Reihe finden. Und an Bandai Namco sei das Wort gerichtet: Lokalisiert das Spiel!

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22. Dezember 2016 17:05

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30. Dezember 2016 20:13

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