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Test – Guacamelee!

Test – Guacamelee!

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15.04.2013 – Test

Enchilada, Sombreros und Hühner auf der PS Vita? Richtig! Denn Drinkbox Studios zaubert mit Guacamelle! die wunderbare Welt Mexikos auf euren Handheld. Ob ihnen dieses Kunststück gelungen ist, lest ihr jetzt.

Ihr schlüpft in die Rolle von Juan, ein gewöhnlicher, kräftig gebauter Agavenbauer. Eines Tages erscheint der Dorfpater und bittet euch, ihm beim Aufräumen der Kirche zu helfen. Nichts ahnend geht ihr der Bitte nach, als plötzlich El Presidentes Tochter auftaucht – eure Jugendliebe. Völlig überrascht von diesem arrangierten Treffen bittet sie dich, ihr zum Schloss zu folgen. Doch wie es der Zufall will erscheint Carlos Calaca, Herrscher über die Toten, und entführt die Schönheit, um die Welt der Lebenden und Toten miteinander zu verschmelzen. Bei dem tapferen Versuch, die Prinzessin zu retten, werdet ihr von ihm getötet. Doch in der neuen Welt erscheint euch eine magische Maske, die euch die Kräfte eines Luchadors verleihen und von den Toten auferstehen lässt. Mit diesen neuen Kräften im Gepäck macht ihr euch auf den Weg, eure alte Liebe zu retten.

Das Spiel spielt sich wie ein typischer Action-Platformer: Laufen, Springen und öfter mal ein Skelett verhauen. Eure Moves gehen dabei von klassischen Faustkombinationen über Wrestling-Würfe bis hin zu verschiedene Spezialangriffe, die ihr im Laufe des Spiels erlernt. Diese tragen dann Namen wie Froschslam, Ziegenflug oder Dashing DerpDerp. Zusammen mit den normalen Angriffen lassen sich starke Kombos entwickeln, die für den einen oder anderen taffen Gegner benötigt werden. Die Nutzung eines Spezialangriffes hängt jedoch von eurer Ausdauer ab: Habt ihr gerade keinen Ausdauerpunkt, könnt ihr auch keinen Angriff ausführen. Nach einer kurzen Regenerationszeit stehen euch diese dann allerdings wieder zur Verfügung.

Neben den sehr originellen Spezialangriffen dürfen Spezialfähigkeiten natürlich nicht fehlen. Per Wisch auf eurem Touchscreen verwandelt ihr euch in ein Huhn und umgekehrt – Pollo Power nennt sich das. Die Interessantere ist jedoch der Dimensionswechsel. Mit ihr wechselt ihr zwischen der Welt der Toten und der Lebenden. Mit dieser Komponente wird das Spiel unglaublich herausfordernd und das in zweierlei Hinsicht: Einmal bei Kämpfen, wo eure Gegner in einer anderen Dimension sein können und trotzdem Schaden zufügen. Und zweimal in den Jump’n’Run-Einlagen, in denen ihr gezwungen werdet, mehrere Tastenkombinationen in einem schnellen Takt zu betätigen, um schlussendlich ans Ziel zu gelangen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei stets herausfordernd aber nie unmöglich.

In der mexikanischen Welt habt ihr die Möglichkeit, kleinere Nebenquests zu erledigen oder auf Schatzsuche zu gehen. Letzteres bringt euch neben Geld auch Ausdauer- und Lebenspunkteteile, die bei drei an der Zahl die jeweilige Leiste erhöht. Der Schlüssel zum Finden dieser Schätze liegt in den Spezialmoves. Rote, blaue, grüne und gelbe Blöcke versperren den Weg. Nur mit dem gleichfarbigen Angriff lassen sich diese dann zerstören. Aufgrund dessen ist das als Open-World gezeichnete Spiel auch sehr linear aufgebaut. Zuvor besuchte Areale können dann erneut für die oben genannten Tätigkeiten besucht werden. Diese sind mit Ladezeiten voneinander getrennt, die allerdings von kurzer Dauer sind. Da die Abschnitte relativ groß sind, ist dieser Umstand zu verschmerzen. Euer gesammeltes Geld könnt ihr dann im Shop loswerden, welches gleichzeitig ein Speicherpunkt ist. Dort kauft ihr euch diverse Wurfattacken erlernen, HP- und Ausdauerpunkte oder verkürzte Regenerierungszeit. Leider ist die Hauptstory zu kurz geraten. Knappe sieben Stunden werden benötigt, um den Bösewicht Calaca zu stellen. Weitere Anspielreize können neben der Schatzsuche auch das alternative Ende und der schwere Modus sein, welchen man am Ende des Spiels freischaltet. Bestenlisten bringen den allseits bekannten Wettkampf zwischen euren Freunden mit.

Guacamelle! wurde ganz im mexikanischen Stil gehalten. Wie ihr sicher schon erraten habt, steckt das Spiel voller Humor – egal ob offensichtliche oder versteckte Eastereggs, lustige Dialoge oder die freudigen Sprünge unseres Luchadors. Das Spiel zaubert euch zu jeder Zeit ein Lächeln ins Gesicht. Imposant ist dabei die Tatsache, dass zwei komplette Welten nebeneinander erstellt wurden und existieren. Zwar besitzen beide das gleiche Leveldesign, die visuelle Darstellung unterscheidet sich zum Teil komplett. Die Liebe zum Detail ist dabei unverkenntlich. Euer Bildschirm wird mit satten Farben im klassischen Comic-Look versorgt, welches im Zusammenspiel mit der mexikanischen Musik sehr gut harmoniert. Nach einer gewissen Zeit klingt die Musik jedoch recht eintönig. Technisch erlaubt sich der Titel mit einigen Hängern hier und da mal einen Patzer. Ansonsten spielt es sich absolut flüssig, ohne große Ladezeiten oder Nachruckler.

Fazit: Guacamelle! ist derzeit eines der besten PS Vita-Spiele. Das liegt nicht nur an der unglaublichen Grafik und dem vollbepackten Humor. Nein, denn auch das Gameplay ist mit seinen Action-Einlagen, den verschiedenen Kombomöglichkeiten sowie mit den herausfordernden Spring-Abschnitten sehr unterhaltsam. Dem gegenüber stehen jedoch die zu kurze Spieldauer und die zum Teil recht eintönig wirkende Musik.

Nichtsdestotrotz ist Gucamelle DIE Indie-Perle schlechthin auf unserer PS Vita und daher für jeden ein Pflichtkauf. Der Preis von 12,99 Euro erscheint für viele zu hoch, bedenkt jedoch, dass ihr die PS3-Version mit lokalen Koop gratis dazu bekommt. Und falls das nicht als Argument zählt, nun ja, dann verpasst ihr einfach eines der besten Vita-Spiele.

Lars Leidenschaftlicher Gamer, Ehemann und IT-Berater. Liebt seine PS Vita, seinen Hund und Wordpress. Seit 2011 Redakteur und seit 2013 Administrator und Webmaster von yourPSVita.

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