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Deshalb sind Indies wichtig

Deshalb sind Indies wichtig

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30.08.2013

Spätestens seit der gamescom haben viele Konsolen-Begeisterte den Eindruck, die PS Vita werde geradezu von Indies überschwemmt. Dem folgte der Schrei nach AAA-Titeln für den Handheld mit besserer Grafik, mehr Spielzeit und gewohnten Franchises. Zu wenig Unterstützung scheint es seitens der Publisher für die PS Vita zu geben, zu viele scheuen sich das Risiko, auf ihren Entwicklungskosten sitzen zu bleiben. Und Fakt ist: Die Anzahl der Vollpreistitel, die kein verspäteter Port von HD-Sammlungen sind, ist überschaubar. Dass dieser Durst mit der von Sony losgetretenen Indie-Welle nicht gestillt werden kann, ist klar.

Und dennoch scheinen viele die Macht dieser Entwickler zu unterschätzen. Doch was sind „Indies“ überhaupt?

Indies ist die Abkürzung für Independent, was übersetzt unabhängig bedeutet. Im Computerspiel Bereich sind damit Spielehersteller gemeint, die unabhängig von großen Publishern und deren Finanzspritzen agieren und ihr Spiel auf eigene Faust veröffentlichen. Gleichzeitig stehen diese Entwickler für innovative Konzepte, die allerdings nicht jedem gefallen dürften.

Um den Zusammenhang zwischen Independent-Entwicklern und Erfolg der PS Vita zu verstehen, sollte man kurz die aktuelle Lage der PS Vita betrachten. Mit gerade einmal knapp 5,6 Millionen verkauften Einheiten (Quelle vgchartz.com) dümpelt der Handheld irgendwo im Nischen-Dasein herum. Zum Vergleich: Die PSP verkaufte sich im gleichen Zeitraum allein in Asien über 7 Millionen mal! Kein Wunder, dass die neueste Generation des Portable Gaming stark hinter den Erwartungen zurück bleibt.  Gründe hierfür sind zum einen im Smartphone- und Tabletmarkt zu finden, die mit einer breiten Akzeptanz aufwarten und auf eine große und über eine lange Zeit entwickelte Plattform zugreifen kann. Zum anderen lag es an den hohen Anschaffungskosten (Konsole, Speicherkarte, Zubehör, Spiele), die für viele Interessierte nicht die Notwendigkeit aufkommen ließ, ein weiteres Gerät mitschleppen zu müssen. Hinzu kommt die wohl fehlende Überzeugungskraft Sonys, um den etablierten Publishern den Handheld samt seinem dahinterstehenden Konzept schmackhaft zu machen.

Noch bevor die PS Vita überhaupt auf dem Markt war, war sie ihm im Teufelskreis gefangen: Gibt es keine Spiele, kann die Hardware nicht verkauft werden. Gibt es keine Hardwarebasis, möchten Spielehersteller keine Spiele entwickeln. Doch wie kommt man da wieder heraus?

Genau hier kommen die Indie-Entwickler ins Spiel:

  1. Sie entwickeln Spiele und benötigen dafür im Vergleich zu großen Spieleschmieden wenige Ressourcen also Geld. Das finanzielle Risiko ist deshalb erheblich geringer.
  2. Sie bieten ihre Spiele deutlich günstiger an und bieten verhältnismäßig viel Spaß.
  3. Sie bringen Genre-Vielfalt auf den Handheld und machen die Vita so für eine breitere Masse zugänglicher.
  4. Sie erregen Aufmerksamkeit der Branche, indem sie von sehr guten Erfahrungen berichten, den guten Support von Sony loben sowie die Lukrativität der Konsole betonen. Senior Business Development Manager und Indie-Lokomotive Shahid Ahmad hatte erst vor kurzem durchblicken lassen, dass die Entwickler auf der Vita deutlich mehr Geld erwirtschaften als auf anderen mobilen Plattformen. Das lockt mehr Entwickler zum Handheld.
  5. Es entstehen immer mehr Spieleschmieden, die Erfahrungen auf dem Handheld sammeln konnten, dementsprechend mit der Materie vertraut sind und sich damit den großen Publishern empfehlen. Dass sich die ersten Studios Aufträge in dieser Form sichern konnten, zeigen die talentierten Jungs von Abstraction Games, Double Eleven, XDev Europe, Curve Studios oder jetzt kürzlich erst Iron Galaxy Studios. Ohne sie hätten wir jetzt kein LittleBigPlanet Vita, Batman: Arkham Origins Blackgate, Metal Gear Solid HD Collection oder Borderlands 2, um das aktuellste Beispiel zu nennen.

Mit diesen fünf Punkten dreht sich der Kreis langsam in die andere Richtung: Entwickler kommen zur PS Vita, veröffentlichen Spiele, erhalten Anfragen von anderen Studios für andere Spiele, weitere Spiele werden veröffentlicht, mehr Konsolen werden verkauft, mehr Entwickler kommen zur PS Vita usw.

Es ist die logische Konsequenz, dass Sony sich strategisch stark für Indie-Spiele positioniert. Hier besteht die Chance, dem Handheld die Aufmerksamkeit zu geben, die es verdient hat. Letztendlich ist es aber auch die letzte Chance, die für tot gehaltene PS Vita wiederzubeleben.

Lars Leidenschaftlicher Gamer, Ehemann und IT-Berater. Liebt seine PS Vita, seinen Hund und Wordpress. Seit 2011 Redakteur und seit 2013 Administrator und Webmaster von yourPSVita.

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