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Wie ich die Gamescom 2015 erlebte

Wie ich die Gamescom 2015 erlebte

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08.10.2015

Während ihr in den Berichten der Tage 1 bis 3 schon einiges aus der Sicht von Lars gehört habt, möchte ich an dieser Stelle auch noch auf meine Erlebnisse eingehen, ist dies doch meine erste Gamescom überhaupt. So werdet ihr hier nicht viel über die spannenden Interviews mit den Indies und den Messealltag finden, dafür sollte dies mehr ein persönliches Tagebuch sein und als Anlaufstelle für euch dienen, wenn ihr 2016 oder später an die Gamescom gehen möchtet.

Als ich in diesem Frühling die Möglichkeit erhalten hatte, dieses Jahr an die Gamescom zu kommen und die Entwickler zu treffen, freute ich mich wahnsinnig. Endlich mal dabei sein wenn hinter verschlossenen Türen die neuesten Gameskracher vorgestellt werden, mit Sony über die Zukunft der PS Vita diskutieren und den unzähligen Indie-Entwickler über den Rücken schauen zu dürfen. Auch freute ich mich auf Cosplay, die riesigen Bühnenshows der Publisher und einigen tollen Einblicke in die kommenden Hits vom Weihnachtsgeschäft.

Während die Messe erst am Mittwoch losging, begann mein Abenteuer bereits am Dienstagabend. Einige Stunden vor dem Abflug machte ich mich auf den Weg zum Flughafen Zürich um dort noch etwas essen zu können. Da ich nur Handgepäck hatte und das Ticket auf meinem Handy gespeichert hatte, war die Prozedur recht schnell erledigt. Pünktlich flog die Germanwings-Maschine dann ab, einen Swiss Flug gab es leider nicht, was ich schade finde. So hat eine Airline ein Monopol auf eine Verbindung.

In Köln-Bonn angekommen brachte mich ein Zug und ein extrem gut gelaunter Zugführer in die bereits dunkle Stadtmitte. Mein Handy-Empfang funktionierte seit der Ankunft nicht und wird mein erstes Treffen mit Lars fast verhindern. Dazu aber später mehr. Zuerst musste ich mein Hotel finden, einige Querstraßen vom Bahnhof, weit genug weg um kein Lärm abzubekommen und nah genug, um in zwei Minuten dort zu sein, fand ich meine Nächtigungsstelle. Es war bereits nach 23 Uhr als ich das erste Mal wieder mit dem Internet verbunden war, das WLAN war natürlich überlastet und das LAN wollte mit meinem Mac nicht funktionieren. Zum Glück konnte ein fähiger Hotel-Angestellter den Router neu starten und mir so wenigstens am Dienstag einen Internet-Empfang ermöglichen. Kurz nach Mitternacht fand ich dann auch endlich meinen Schlaf.

Ich würde euch bei der Wahl vom Hotel dringlich empfehlen so früh wie möglich zu buchen, sonst bezahlt ihr euch dumm und dämlich. Die Preise waren für mich während den Tagen dreifach so hoch wie an anderen Tagen und selbst für die drei Nächte musste ich unterschiedlich viel bezahlen.

Mit dem Mittwoch begann dann auch endlich die Gamescom für mich, auch wenn ich die ersten Stunden nach dem Aufstehen gerne anders erlebt hätte. Mein Handy wollte nämlich noch immer keine verlässliche Kommunikation mit Lars ermöglichen so dass ich bis fast um 10 in der, für mich völlig neuen Messe, herumirrte. Erschwerend dazu kam, dass ich dachte, dass der Eingang Süd noch geschlossen war, da er eigentlich nur für Privatbesucher gekennzeichnet war. Ein Irrtum den ich erst am letzten Tag bemerken sollte. Keine Sekunde zu spät und eher per Zufall fand ich dann doch noch zu ihm und leider ohne großes Begrüßen mussten wir schon zum ersten Termin bei NISA. Auch den Rest des Tages verbrachten wir entweder zusammen bei Terminen oder ich beim Kennenlernen der neuen Umgebung. Abends aßen wir noch einen Döner und gingen dann unsere Wege – bis am Donnerstag-Morgen.

Womit wir auch schon beim nächsten Thema, der Verpflegung über Tags wären. Es gibt zwar die Möglichkeit an der Messe selber sich zu verköstigen, neben Wurstwaren sind auch Freunde des Italieners und des Chinesen bedient, auch wenn natürlich mit einem verkleinerten Angebot. Da das Essen in der Kantine/Restaurant sich aber während den Tagen nicht ändert, solltet ihr eure Hoffnung nicht alleine darauf setzen. Allgemein ist es empfehlenswert etwas mitzunehmen. Früchte, Körner oder Sandwiches eignen sich gut um zwischen Terminen oder Anspiel-Sessionen etwas zu sich zu nehmen. Die Preise liegen zwar noch im Rahmen, aber wo die Konkurrenz fehlt und die Massen etwas möchten leidet natürlich auch die Qualität. Etwas das mich da mehr gestört und überraschte hatte, war die Tatsache dass es im Self-Restaurant nur Plastik-Geschirr und -Besteck gab und dies das Image weiter festigte.
Während für die paar Tage mir ein Handgepäck reichte, würde ich untertags ein Rucksack oder Tasche empfehlen. Auch, wenn ihr als Privatbesucher da seid, ist doch der Wunsch nach Wasser und Essen immer wieder da.

Auch am Donnerstag sprangen wir von Termin zu Termin. Was mich nicht nur am Morgen sondern auch über den ganzen Tag begleitete war die Fassungslosigkeit über die Massen an Spieler. So, kann ich wahrscheinlich nichts mehr anspielen. Abends ging es für mich ins Vapiano wo ich erneut die krassen Preis-Unterschiede zwischen der Schweiz und Deutschland sah. Natürlich haben beide Modelle ihre Vor- und Nachteile, doch das sollte jetzt hier keine Wirtschafts-/Gesellschafts-Kolumne werden 🙂 An diesem Abend funktionierte mein Internet im Hotel noch zum einzigen Mal ziemlich verlässlich und in einer Geschwindigkeit mit der man arbeiten konnte. Da mein Notebook-Netzteil nicht an die Steckdose wollte, musste ich mit dieser Akkuladung aus- und durch den Zoll kommen. Auch das Bezahlen des Hotels (das völlig überteuert war) erledigte ich noch an diesem Abend. Welcher Eingang der beste ist lässt sich schwer sagen da überall viele Leute anstehen, ich denke der Eingang Ost sollte noch die beste Wahl sein. Immer wieder traf ich auf verschiedenste Leute aus der Community oder Personen mit denen ich früher mal zusammengearbeitet hatte über das Netz. Es ergaben sich damit einige interessante Diskussionen und einzigartige Zusammentreffen.

Der letzte Tag für mich und die Fachbesucher-Gamescom brach an und heute hatte ich ein bisschen mehr Zeit um Spiele tatsächlich anzuspielen. So gönnte ich mir am Morgen um 9 Until Dawn (geil) und Guitar Hero (meh). Das diese meine zwei einzigen Games waren die ich anspielen konnte, ärgerte mich dann doch noch. Nach noch etwa 3-4 Treffen war der Tag auch schon fast über und ich musste mich von Lars, der Gamescom und Köln verabschieden. Schon kurz nach 18 Uhr flog ich wieder in meine vertraute Heimat.

Fazit: Meine Erwartungen waren vielleicht ein bisschen zu optimistisch ausgelegt, so muss ich aber sagen dass sie sich größtenteils nicht erfüllt haben. Bei der Gamescom hätte ein wenig mehr Planung gut getan, den Mittwoch hätte man mit dem Anspielen der großen Hits verbringen sollen und nicht im Business-Bereich. Denn an den anderen Tagen war es im öffentlichen Bereich einfach zu voll! So gab ich schlussendlich viel Geld aus und erhielt dafür wenig. Enttäuschend für mich, aber sicher eine Lehre für die Zukunft. Eine Wiederkehr ist daher für mich ausgeschlossen. Auch kann ich die Besucher nicht verstehen, die stundenlang anstehen um dann etwas für 10 Minuten anzuspielen in einer vom Publisher ausgedachten Atmosphäre. Einzig die Cosplayer/innen waren schön anzusehen.

Solltet ihr also an die Gamescom gehen um Spiele zu sehen und zu testen? Nein, dafür wäre es zu schade. Wollt ihr aber eure Freunde aus ganz Europa treffen, ist die Messe sicher eine einzigartige Gelegenheit.

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