Test – World of Final Fantasy

Test – World of Final Fantasy

Test – World of Final Fantasy

2
Positiv
75% - 84%

Unser erster Eindruck war

Unsere Bewertung

Vorschau

Final Fantasy und Sony haben eine lange Tradition und sehr viele der Ableger sind auch auf unserer PS Via spielbar. Leider hat diese Tradition mit Final Fantasy X und X-2 ein Ende gefunden, bis zuletzt. Zum 20-jährigen Jubiläum der Reihe gab es nun eine ganz neue Variante: World of Final Fantasy. Dieses „Final Fantasy trifft Pokemon“-Spiel hat es auch auf unsere PS Vitas geschafft. Es ist bei uns seit dem 28. Oktober erhältlich. Ob World of Final Fantasy ein Hüne oder ein Murkel ist, erfahrt ihr in unserer Vorschau.

Prophezeiung

Während fast alle Final Fantasy-Teile, die ich gespielt habe, mehr oder wenig sehr gute bis gute Geschichten hatten, waren die meisten anhand eines Klischees aufgearbeitet. Auch World of Final Fantasy weicht von der Grundstruktur nicht ab. Dieses Mal haben wir eine Prophezeiung, die die beiden Helden mit teilweiser Amnesie erfüllen müssen – Warum ist Amnesie eigentlich die Standardlösung der Schreiber? Dazu reisen Reynn und Lann in die Welt von Grymoire, die vollgestopft mit Menschen und Miragen – Final Fantasy Pokémon – ist und daher den perfekten Schauplatz zum Jubiläum der Reihe darstellt. Bisher hat das Spiel wenig Geheimnisse und geht recht offen mit der Geschichte um. Ich würde mich über eine etwas untypischere Entwicklung freuen, aber ich glaube nicht daran.

Die Technik

Technisch hat das Spiel schon in der Demo etwas Unsauberkeiten gezeigt. Das Spiel ruckelt etwas, wenn viele Elementen auf einmal geladen werden müssten, das ist sehr häufig in den größeren Städten, dem Aufrufen der Gebietskarte und zu Beginn des Kampfes der Fall. Das klassische auf Geschwindigkeit basierte Kampfsystem ist dazu noch etwas langsam. Dank der Geschwindigkeitstaste und der korrespondierenden Menüeinstellung, komme ich aber auf eine Geschwindigkeit, die mir angenehm erscheint. Der Spielfluss wird aber immer wieder durch diese Unsauberkeiten unterbrochen und es vermiest mir etwas die angenehme, auch nostalgische, Stimmung.

Mit besonders viel Charme

Eine Sache sollte euch bereits auffallen, wenn ihr einen Blick auf die Galerie oder die Bilder im Test werft. Das Spiel setzt auf zwei Sachen: Chibi und Nostalgie. Während des Spiels trefft ihr allerhand alte und bekannte Charaktere, die als Murkels erscheinen. Die Murkel sind Chibis und damit eher niedlicher als ihre Originale. Durch die Ähnlichkeit zu ihren lebensgroßen Varianten ist das Spiel zweifelsfrei ein riesiges Nostalgiespektakel für Fans der Teile. Bisher wäre der Humor des Spiels aber auch für Neulinge einfach zu verstehen und größtenteils wird auf Witze, die Vorwissen bedürfen, verzichtet.

Ebenfalls etwas verniedlicht wurden die Gegner der Reihe, die nun als sogenannte Mirages ihr Dasein fristen. Das Ganze erinnert stark an Pokémon und die Mirages sind meistens auch fangbar. Das Fangen funktioniert aber etwas anders als bei Nintendo’s Reihe. Es reicht nicht immer aus, einen Mirage nur zu schwächen, wobei es in jedem Fall die Fangchance erhöht. Vielmehr gilt es nun bestimmte Aufgaben zu erfüllen, die ihr über die Fähigkeit „Analyse“ erfahrt. Darunter fallen einfache Aufgaben wie alle anderen Gegner besiegen oder Schaden zufügen, aber auch kompliziertere Systeme wie Statusänderungen verursachen oder einen Volltreffer landen. Das unterschiedliche System gefällt mir bisher recht gut und es ist abwechselnd genug, um nicht zur Farce zu werden. Zum Glück bietet das Spiel aber ausreichend Optionen die begrenzten Mirage-Plätze zu besetzen und die Zusammenstellung eures Teams zu ändern. Das auf Variabilität basierte System wird durch die verhältnismäßig hohe Menge an Erfahrung unterstützt, dank der ihr auch schwächere Mirages schnell genug trainieren könnt. Langes Grinding bleibt damit unnötig, wobei ich deswegen einen zu einfachen Schwierigkeitsgrad vermute. Das wäre relativ schade, ist aber noch nicht abzusehen.

Türme bauen

Das Kampfsystem von World of Final Fantasy ist eigentlich ein klassisches Final Fantasy-Kampfsystem. Das klassische ATB-System (Active-Time-Battle-System) basiert auf der Geschwindigkeit eurer Charaktere und je nach gewählter Einstellung wird der Kampf bei eurem Zug unterbrochen oder läuft weiter. Nehmt womit ihr besser klar kommt, aber ich empfehle die Unterbrechung. Alles andere funktioniert fast identisch zu einigen der Final Fantasy-Teilen. Neben elementare Schwächen, Analyse von Gegnern und dem Fangen von Miragen im Stile von Pokémon, gibt es zwei weitere relevante Mechaniken: AP und das Stapeln. APs sind Aktionspunkte und erlauben es euch überraschenderweise Aktionen. Darunter fallen eure erlernten Fähigkeiten. Ohne AP also keine Magie oder ähnliches, aber durch einfaches Warten und das Treffen von gegnerischen Schwachstellen, könnt ihr AP gewinnen und so mächtige Angriffe ausüben.

Die wichtigste Mechanik im Kampfsystem ist das Bauen von Kampfstapeln, welche aus einer L, einer M und einer S-Einheit bestehen. Dank des Formwechsels eurer Helden sind diese beiden Pflichtbestandteile variabel als L oder M einsetzbar. Bisher ist das Kampfsystem mir für eine Bewertung noch deutlich zu kompliziert. Das Stapeln ist mindestens interessant und wirkt auch sehr solide eingearbeitet, aber wie das Türme stürzen und die unterschiedlichen Mirage mitwirken, bleibt abzuwarten. Insbesondere die Metamorphose und die Mirageborde, Skilltrees der einzelnen Mirage und ihrer Metamorphosen ist für anderthalb Stunden Spielzeit noch nicht ausgereift genug. Die große Menge an Mirages, die ich einlagern könnte, spricht auf alle Fälle für eine gute und breite Auswahl.

Zwischenfazit: Eines fällt direkt auf, wenn man das Spiel beginnt: Technisch gibt es das eine oder andere Problem, was zu Rucklern, unschönen Animationen und zu Wartezeiten bei Kampfbeginn. Trotzdem bekommt World of Fantasy noch einen positiven Ausblick. Gerade das Aufziehen und Trainieren der Mirages, die auch interessant sind, wenn man die ursprünglichen Monster nicht kennt, macht sehr viel Spaß. Dank der strategischen Elemente ist das Kampfsystem auch sehr gut gelungen, wenn auch mit kleinen technischen Schwächen. Mit meinem positiven Zwischenfazit im Gepäck mache ich mich auf die Welt von Grymoire weiter zu erkunden und die Geheimnisse der Miragen zu entschlüsseln. Viel hängt aber vom weiteren Verlauf des Spiels ab, ob das Vertrauen in die Spielmechanik tatsächlich belohnt wird.

Test

Nach guten 40 Stunden bin ich zumindest mit der Geschichte fertig, aber nun beginnt der wichtigste und schwierigste Teil des Abenteuers. Mit Zugang zu allen Gebieten kann ich mich nun daran machen, alle Mirages zu sammeln und mein perfektes Team für den Multiplayer zu erschaffen. Bevor ich meinem Sammel- und Trainingswahn verfalle, will ich euch aber noch meinen Review liefern.

Zu viele Splitter

Die Geschichte von World of Final Fantasy ist lustig und gut aufgezogen, sie hat aber regelrechte Entwicklungsstörungen, weil das Spiel in zu viele Unterkapitel unterteilt wurde. Das Ergebnis ist, dass sich die Geschichte manchmal etwas sprunghaft entwickelt und ihr nur wenig Zeit habt, euch an bekannte Orte und Personen zu gewöhnen. Das ist nicht besonders schlimm, aber recht auffällig. Außerdem schafft es der kleine Fuchsbegleiter Tama mir regelrecht auf die Nerven zu gehen, weil sein Dialogmuster, zumindest in der deutschen Einstellung, immer das Wort „Ja“ enthält.

Wenn wir gerade bei Unterbrechungen sind: In der Vorschau habe ich die Technik zwar bereits einmal angesprochen, aber ich will es noch einmal herausstellen. Das Spiel hat eigentlich einen extrem hohen Spaßfaktor, was ich gleich noch genauer erklären möchte, aber beispielsweise ist das Stottern am Anfang des Kampfes ziemlich nervig und ruiniert diese etwas insbesondere nach Zwischensequenzen. Überraschenderweise sind die Ladezeiten nicht auffällig, auch wenn diese etwas länger sind. Den Spielfluss stört es nicht. Wenn ich eine Störung raussuchen müsste, die mich am meisten nervt, dann würde ich das Laden des Teleportationsmenüs nehmen. Dieses nimmt man immer in Anspruch, wenn man Einkaufen möchte oder einen anderen Ort außerhalb der Storyentwicklung aufsuchen will und zwar meistens zwei Mal.

Viele Optionen

Was World of Final Fantasy zu einem sehr genialen Spiel macht, ist dasselbe Prinzip, das Pokemon zu Grunde liegt. Das Sammeln und Trainieren der Mirages ist genial gelöst, ohne einen direkten Abklatsch darzustellen. Eigentlich kombiniert das Spiel Digimon und Pokemon zu einem interessanten Mix. Insbesondere die verschiedenen Metamorphosen der Mirages innerhalb der S/M/L/XL-Klassen bringen eine gewaltige Menge an Freiheiten und Optionen für das Kampfsystem. Egal ob ihr einen gesunden Mix an Fähigkeiten und elementaren Resistenzen oder eine Spezialisierung haben wollt, das Spiel hat einiges an Variationen parat.

Positiv überraschend für mich waren die Freiheiten im Mirageboard. Das Skillsystem auszubalancieren ist eine der wichtigsten Elemente in einem Spiel mit Multiplayerelement. Square Enix hat einen genialen Trick eingebaut, in dem freie Felder zur Verfügung stehen, die mit Samen gefüllt werden können. Diese doch teilweise schwierig zu bekommenden Samen können eure Mirages mit Fähigkeiten oder mit reinen Statuswerten gefüllt werden. Das System führt natürlich dazu, dass ich recht viel Zeit damit verbringe mir Team-Kombinationen zu überlegen. Das hat sich dann auch im Weiteren als recht nützlich herausgestellt, selbst wenn die Gegner in der Geschichte nur selten zu stark waren.

Kämpfe über Kämpfe

Egal bei welcher Art von Spielen mit kompetitiven Multiplayern und Strategie, ich fühle mich nur zu Hause, wenn ich mindestens einmal pulverisiert wurde. Zum Glück habe ich das auch schnell geschafft. Die vielen Mirages und die vielen Optionen machen es zumindest mir schwierig eine gute Mischung zu erstellen. Dahinter steckt aber gleichzeitig die Langzeitmotivation des Spiels, denn auf Dauer wird die Spielerzahl sinken und die meisten schlechteren Spieler werden sich einem neuen Spiel widmen und eine gewisse Meta kann sich herauskristallisieren. Anhand dieser kann ich mich dann an die Herstellung eines guten Teams machen, um die Stärken einiger Mirages zu kontern. Die Elementarresistenzen reichen nämlich selten aus, um eine Immunität gegen alle Elemente zu erreichen, da die Zahl der Mirages auf drei pro Stapel reduziert ist. Hier gilt es also Vorsicht walten zu lassen.

Fazit

Im Endeffekt musste ich die Frage beantworten, ob die technischen Schwächen des Spiels das Spielgefühl beeinträchtigen. Ich tue mich etwas schwer mit solchen dauerhaften Unterbrechungen, weil sie den Spielfluss ziemlich töten. Was mich überzeugt hat, waren die vielen Optionen bei den Mirages und der Aufstellung im Kampf. Bei der Menge an verschiedenen Mirages, mit Optionen für eigene Vorstellungen und dem Balancing aller Monster untereinander hat das Spiel mich aber trotzdem überzeugen können. Die humoristische und merkwürdig zersplitterte Geschichte hält einen lang genug am Ball, um auch einen Blick in das Kolosseum mit vielen verschiedenen Herausforderungen und den wunderbar gelungen Multiplayermodus zu werfen.

World of Final Fantasy ist ein eigentlich gutes Spiel, was von den technischen Limitierungen aber heruntergezogen wird. Trotzdem kann sich jeder Fan von Pokémon und Digimon an einer neuen Variante erfreuen.

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