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Test – Muramasa Rebirth

Test – Muramasa Rebirth

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29.11.2013 – Test

Schon 2009 schnitten sich Muramasas Schwerter durch die Gegnermassen. Damals noch auf der Wii war Muramasa: The Demon Blade von Vanillaware ein kleiner Geheimtipp. Mit Muramasa Rebirth brachte man die dämonischen Schwerter zuerst in Japan und dann auch hierzulande auch auf die PS Vita. Seit dem 16. Oktober könnt ihr euch das Action-Spiel 24,99 Euro im Store laden. Wir haben unsere Schwerter geschliffen und sagen euch, ob das Spiel eine gelungene Wiederbelebung ist.

Im Doppelpack

In der japanischen Historie während der Genroku-Periode spielend bedroht eine dunkle Macht die gesamte Nation. Dämonische Schwerter mit ungeheurer Macht tauchen überall im Land auf und mit ihnen auch Hass, Gewalt, Gier und Monster. Wer im Besitz eines solchen Schwertes ist, verspürt nichts anderes als Böses und Mordgelüste. Genau wie bei den beiden Hauptdarstellern des Spiels Momohime und Kisuke, dessen Geschichten sich völlig getrennt zueinander abspielen. Momohime ist eine Prinzessin des Narukami Clans. Besessen von einem bösen Geist muss die Schönheit nun hilflos mit ansehen, wie ihr Status ausgenutzt, Menschen getötet werden und alle Nahestehenden sich von ihr abwenden. Kisuke hingegen ist ein Ninja. Bei einem Auftrag verliert er jedoch sein Gedächtnis und weiß folglich auch nicht, warum er in Besitz eines mächtigen Schwertes ist und plötzlich so gut kämpfen kann. Er macht sich deshalb auf die Reise, seine Vergangenheit zu erforschen und sich neu zu finden.

Zu Anfang des Spiels müsst ihr euch entscheiden, welchen der beiden Charaktere ihr zuerst spielen wollt. Ist eure Entscheidung gefallen, geht es mit einem Tutorial los, bei dem euch die Steuerung des Spiels erklärt wird. In dem Sidescroller bewegt ihr euch ausschließlich horizontal also von links nach rechts und umgekehrt. Als Aktion stehen euch Interaktion, Springen, Attacke, Spezialattacke, Waffenwechseln, Blocken und Ausweichen zur Verfügung. Von den insgesamt 108 sammelbaren Schwertern könnt ihr maximal drei gleichzeitig ausrüsten. Jedes Schwert hat seine eigene Spezialfähigkeit, die sich in diversen Angriffsmustern äußern: Boden- oder Luft-Angriff, Lang oder Kurz, Viel oder Wenig. Ebenso hat jede Waffe eine Spirit-Leiste, die -einmal geleert- das Schwert für eine gewisse Zeit unbrauchbar macht. Werden Angriffe geblockt oder nutzt ihre eure Spezialattacke, verbraucht ihr das Spirit. Dadurch, dass ihr oft riesige Gegnermassen und Endbosse besiegen müsst, gestaltet sich diese Eigenschaft insbesondere bei höheren Schwierigkeitsgraden als Schlüsselfaktor: Schaden anrichten oder verteidigen?

Hau den Lukas

Aber zurück zum Anfang. Ihr streift in kleinen Abschnitten durch eine große Anzahl von Gebieten, in denen ihr per Zufall auf einen Kampf stößt. Dort müsst ihr euch dann Ninjas, Goblins, Vögel und Samurais stellen, die in unterschiedlicher Anzahl auftauchen. Das Kampfsystem ist dabei einfach gehalten: Drauf hauen, bis es keine Gegner mehr gibt, entweder zu Luft oder zu Boden. Erfahrene wissen bereits Bescheid: Es wird mehr ausgeteilt als eingesteckt. Je nach Schwertart schlägt ihr mit schnellen aber dafür weniger starken oder starken aber dafür weniger schnellen Kombinationen zu. Sind alle Gegner erledigt, erscheint ein Ergebnis-Schirm, bei dem ihr eure gewonnene XP seht. Je erfolgreicher und trickreicher der Kampf war, desto mehr Bonus-XP bekommt ihr. Mit jedem gestiegenen Leveln erhöht sich eure Lebensleiste sowie Stärke und Vitalität. Letztere sind Voraussetzungen zum Tragen der Schwerter.

So schlagt ihr euch also von Abschnitt zu Abschnitt. Diverse Bereiche sind dabei mit Bannsprüchen belegt, die nur von bestimmten Schwertern zerstört werden könnt. Für jeden erlegten Endboss erhaltet ihr ein neues Schwert, mit dem ihr eben diese verschlossenen Bereiche betreten könnt. Auf eurem Weg von Boss zu Boss passiert recht wenig. Ihr könnt frei umherschwirrende Seelen sammeln, Items finden oder beim Händler kaufen. Aus diesem Grund zieht sich das Spiel extrem in die Länge: Um von A nach B und von B nach C und von C wieder nach A zu gelangen, müssen sämtliche Abschnitte eines Bereiches passiert werden. Die Anzahl der auf der Karte verzeichneten Felder scheint zufällig gewählt zu sein. Manche erstrecken sich über etliche Felder mit z.T. vorhandenen Verzweigungen, während andere nur ein kurzer Durchlauf sind. Erst wenn man das Spiel durchgespielt hat, kann man mithilfe von Speicherpunkten zu Orten springen. Und das Freischalten kann mit beiden Durchgängen gute 12 Stunden dauern.

Ist man dann endlich angekommen,  wird einem die Geschichte des jeweiligen Charakters in Form von Dialogen erzählt. Die englische Übersetzung des Japanischen ist dabei sehr lebendig erzählt, besitzt allerdings wenig Tiefe und kann aufgrund der kaum vorhandenen Interaktionen nicht fesseln. Es geht dann weiter mit dem eigentlichen Kampf, der ein sehr geschultes Auge und taktisches Vorgehen benötigt. Denn im Gegensatz zu den Feinden auf der Straße, hat der Endgegner mindestens drei Energieleisten und auch die Attacken sind um einiges schmerzvoller. Das Mitnehmen und Nutzen von Heilgegenständen ist hierbei Pflicht. Doch aufgepasst: Bei manchen Heilungen muss erst eine gewisse Zeit verstreichen, bevor es erneut eingesetzt werden kann.

Der Schmied

Wer trotzdem nicht weiterkommt, sollte schauen, ob er nicht neue Schwerter herstellen kann. Unter dem Menüpunkt „Forge“ ist das nämlich möglich. Voraussetzung hierfür sind lediglich genügend Seelen und Mana, welches ihr beim Essen bzw. Trinken bekommt, sowie die Vorgänger-Schwerter (oder eben das eines Endbosses). Ob ihr sie gleich tragen könnt, hängt von eurer aktuellen Stufe bzw. von der Stärke und Vitalität eures Charakters ab. Der Baum ist dabei so aufgebaut, dass bestimmte Schwerter nur von Mohomime und manche nur von Kisuke hergestellt werden können. Um sämtliche Schwerter zu erhalten und damit auch das versteckte Ende freizuschalten, werden die Schwerter beider Bäume benötigt und miteinander gemischt.

Die Landschaft ist in beiden Episoden absolut identisch. Unterschiede gibt es nur bei den Endbossen. Hier hat man jeweils acht Verschiedene zu meistern. Hat man das Spiel mit beiden Charakteren durch, ist noch lange nicht Schluss. In sogenannten Teufelshöhlen kann man sich deftigen Herausforderungen stellen, die euer gesamtes Können abverlangen. Habt ihr diese geschafft, werdet ihr mit einem Accessior oder einem neuen Schwert belohnt, mit dem ihr dann weiter schmieden könnt. Wer den ultimativen Kick sucht, kann sich im Fury-Modus beweisen. Dort spielt ihr beide Spiele komplett von vorne, seid aber mit nur einem Schlag tot. Das ist nur was für harte Nerven.

Grafische Parallaxe

Aus dem Hause Vanillaware kommend präsentiert sich uns ein visuelles Spektakel. Die Entwickler haben hierbei den Parallax-Effekt eingebaut. Mit unterschiedlichen Schichten von Bildern, die sich unterschiedlich schnell bewegen, erhält das Spiel eine sichtbare Tiefe – obwohl es komplett in 2D gehalten wird. Dadurch und aufgrund der wirklich grandios gezeichneten Bildern und Animationen hievt sich Muramasa Rebirth automatisch in die Klasse der Spiele mit außergewöhnlicher Grafik. Einziger Wermutstropfen sind die sich oft wiederholenden Settings. Wirkliche Ladezeiten gibt es nur, wenn man die Gebiete wechselt. Die fallen allerdings kaum ins Gewicht, sodass ihr eigentlich stets flüssig und ununterbrochen spielen könnt.

Der Sound ist geprägt von traditionell japanischen Klängen, die sich nicht in den Vordergrund drängen und auch nicht jedermanns Geschmack sind. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist die japanische Vertonung der Sprecher, welches mit einem englischen Text untermalen wird. Die Soundeffekte sind stimmig und treten ohne Verzögerungen auf.

Fazit: Mit Muramasa Rebirth ist ein Spiel auf die PS Vita gelangt, welches in vielerlei Dingen speziell ist. Und das im guten als auch schlechten Sinne. Da hätten wir das Spieldesign an sich mit dem ständigen Hin und Her, die eher uninteressante Story, der gewöhnungsbedürftigen Soundtrack, dem Schwertsystem mit seinen zahlreichen Waffen, dem wechselhaften Schwierigkeitsgrad, dem einfachen aber spaßigen Kampfsystem und zu guter Letzt das wunderschöne Artstyle.

Für eine Empfehlung reicht es aufgrund der Kritikpunkte nicht. Nichtdestotrotz sollte man Muramasa: Rebirth auf die Liste der Spiele setzen, bei denen man zuschlägt, wenn das Futter für die PS Vita ausgeht.

Lars Leidenschaftlicher Gamer, Ehemann und IT-Berater. Liebt seine PS Vita, seinen Hund und Wordpress. Seit 2011 Redakteur und seit 2013 Administrator und Webmaster von yourPSVita.

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