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Test – Heroes of Loot

Test – Heroes of Loot

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Positiv
76% - 81%

Unser erster Eindruck war

Unsere Bewertung

17.11.2015 – Test

OrangePixel ist kein unbeschriebenes Blatt auf der PS Vita. Mit Gunslugs konnten sie bereits Erfahrungen mit dem Handheld aber auch mit Abstraction Games sammeln, die sich um den Port des Titels kümmerten. So auch bei Heroes of Loot, welches nur ein Ziel hat: Loot, Loot, Loot. Seit dem 22. September steht dieses Action-Spiel im Playstation Store. Wir haben uns mit leeren Säcken in die gefährlichen Höhlen gewagt und sagen euch, was für Schätze dieses Spiel bietet.

A Quest Door!

Heroes of Loot ist im Kern ein klassischer Twin-Stick-Shooter, der mit einigen Rollenspielelementen aufgebohrt wurde. Nach dem kurzen Download des Spiels bekommt ihr daher auch keine große Anweisung was zu tun ist: Eine Höhle voll mit Schätzen möchte von euch erkundet werden. Gleich zu Beginn bekommt ihr die Wahl zwischen vier Klassen – der Fünfte muss freigeschalten werden. Auf dem ersten Blick sieht man in einer kurzen Auflistung, wo die Stärken und Schwächen des Charakters sind: Während der Krieger einen starken Angriff hat, fehlt es ihm an Magie und Erfahrungspunkten. Der Magier hingegen ist Meister der Magie (wer hätte das gedacht), hat dafür aber einen schwächeren Angriff.

Und Action!

Hat man sich entschieden, geht es gleich los: Mitten in einem Raum stehend rennen etliche Monster auf euch zu. Dank intuitiver Steuerung mit den Analogsticks sind diese auch schnell erledigt und zack, ist man auch gleich ein Level höher. Zuerst erkennt man an den Wurfgeschossen, dass sich eure Angriffskraft stärkt, bei Zauberrunen, dass ihr mehr Zaubersprüche sprechen und letztlich an der Lebensanzeige oben links, dass ihr mehr einstecken könnt. Die Punkteanzeige in der oberen Leiste sowie die dünn beschriebene Geschichte zeigt euch gleich, worum es in Heroes of Loot geht: Punkte, Punkte, Punkte. Eine Rangliste könnt ihr im Hauptmenü aufrufen. Hierzu müsst ihr versuchen, so tief wie möglich in diesen Dungeon fortzuschreiten. Auf jeder Ebene oder Level müsst ihr einen Schlüssel finden, um die Tür zum Nächsten öffnen zu können. Und dieser versteckt sich natürlich in einem der Monster.

Upgrade

Schon früh im Spiel steigt der Schwierigkeitsgrad an, der euch neue Monster beschert. Insgesamt fünf Stufen gibt es, bei denen man schon in der ersten halbe Stunde eine deutliche Steigerung merkt: Mehr und vor allem stärkere Monster erscheinen. Das gute ist jedoch: Je mehr Monster da sind, desto mehr Geld lassen könnt ihr sammeln. Diese und die unzähligen im Level verteilte Schätze sind eure einzige Geldquelle für den hauseigenen Shop, wo man sich zusätzliche Ausrüstung kaufen kann. Der Shop wechselt sich dabei Ebene für Ebene mit einem Quest-Raum ab, bei dem ihr für verschiedene Gegenstände diverse Aufgaben – meist das Erledigen von Monstern oder Sammeln von Edelsteinen – erledigen müsst.

Seltsame Steuerung

Langeweile kam in der ersten Spielsession dank der vielen actionreichen Augenblicke nicht auf. Ein weiterer Grund sind die zufallsgenerierten Level, bei denen man natürlich nie weiß, was auf einen zukommt. Wie bereits geschrieben ist die Steuerung genretypisch und damit intuitiv zu bedienen. Jedoch streuen die Geschosse etwas, sodass diese vor allem bei horizontal engen Passagen einfach in der Wand stecken bleiben. Damit landet man automatisch in einer Falle – und das kommt nicht selten vor. Unschön und ein deutliches Makel in dem sonst so spaßigen Spiel.

Bei der Präsentation gibt es keine Überraschungen. Die Pixeloptik reiht sich nahtlos in den aktuellen Retro-Trend ein, wobei aufgrund der Umgebung die Erdtöne deutlich überwiegen. Mit vielen verschiedenen Monstern versucht man Farbe ins Spiel zu bringen, was auf Dauer nur bedingt gelingt. Der Soundtrack ist komplett zweckgebunden. Dunklere Chiptune-Klänge sollen euch das Unbekannte und die Gefahr dahinter vermitteln. Wirkliche Abenteuer-Atmosphäre kommt hingegen nicht auf. Abstraction Games hat hier dafür erstklassige Arbeit geleistet: Zu keinem Zeitpunkt gibt es Aussetzer, Abstürze oder sonstige Probleme. Alles läuft flüssig und das selbst bei Szenen mit viel Geschehen auf dem Bildschirm.

Zwischenfazit: Heroes of Loot fängt sturmvoll an. Der actionreiche Arcade-Ansatz mit den kleinen Rollenspiel-Elementen lässt mich einfach nicht los. Vielleicht liegt es auch daran, dass man einfach nur um sich ballern und dabei immer weiter in dem Dungeon vordringen muss. Zwei Mankos gibt es jedoch: Die arg streuende Steuerung, mit der man unfreiwillige in die Falle tappt, und die Langzeitmotivation. Unklar ist nämlich, ob diese Jagd nach dem Highscore der einzige Antrieb hier ist oder man weitere Elemente eingebaut hat. Einen ersten positiven Eindruck hat Abstraction Games jedenfalls hinterlassen.

Es hat lange gedauert, bis ich keine Lust mehr auf das exzessive Spielen von Heroes of Loot hatte. Die magische Grenze war durchbrochen, als ich mit dem Magier die 30. Ebene geschafft und damit den fünften Charakter freigeschalten habe. Bis dahin liefen etliche Stunden auf dem Bildschirm meiner PS Vita.

Rush and Die!

Rückblickend ist es ein wenig überraschend, dass ich so lange an diesem kleinen und simplen Spiel gehangen hatte. Das Spielprinzip bleibt einfach und mit seinen zuvor bestehenden Tücken und  eine wirkliche Spielmotivation gab es auch weiterhin keine. Und trotzdem hatte ich jedes Mal aufs Neue den Drang, mich mit den verschiedenen Charakteren durch die Dungeons zu schlagen. Der Grund hierfür liegt am einfachen Spielsystem. Kopf ausschalten und einfach drauf los. Die Dungeongröße ist auch so geschickt gewählt, dass man zwischendrin pausieren kann, um dann später den hoffentlich größten Cup zu landen. Zugegeben: Die meiste Zeit des Spiels rennt man in eine Monsterhorde mit seiner Feuerrune, um möglichst so viele Gegner wie möglich gleichzeitig auszuschalten. Man lernt aber früh die Situationen kennen, bei denen man so etwas nicht machen kann und geht dann ein wenig strategischer vor.

Trick 17

Bei der Steuerung gibt es einen kleinen Trick, der nirgends beschrieben ist. Wie bereits geschrieben streuen eure Geschosse bei der Verwendung des zweiten Analogsticks so sehr, dass man in manchen Situationen unfreiwillig in eine Falle gerät. Nutzt man hingegen z.B. die X-Taste, schießt ihr automatisch den nächst gelegenen Gegner an – komischerweise ohne Streuung. Damit hat sich der rechte Analogstick erübrigt und man kann zielgerichtet zu den nächsten Schätzen vordringen.

Nach bestimmten Abständen schaltet ihr zudem weitere Ereignisse frei, die in lustigen Animationen erklärt werden: Ihr trefft auf Schatz- und Arena-Räume, mit einer Lupe lassen sich einfacher versteckte Räume mit begehrten Gegenständen finden, über ein Schaltermechanismus aktiviert man eine Statue, die euch zusätzliche Erfahrung gibt. Pro Charakter könnt ihr später auch spezielle Gegenstände sammeln, die euch bei sechs an der Zahl ein Level höher anfangen lässt. Wenn ihr es tief genug schafft, bekommt ihr einen noch mächtigeren Schatz. Der Clou ist jedoch: Je höher ihr mit eurem Level anfängt, desto schwieriger werden auch die Level. Wer auf die Ranglisten schaut, sollte sich dem bewusst sein.

Das Ende der Motivation

Mein großes Ziel war, den fünften Charakter freizuschalten: Den Barbaren. Als ich es dann im 100. Anlauf geschafft hatte (ich hatte übrigens den Magier), war ich ein wenig enttäuscht. Er unterscheidet sich kaum vom Krieger und hat auch sonst keine Besonderheiten. Für mich war damit die Luft raus, da ich zu diesem Zeitpunkt auch alle Trophäen freigeschalten habe.

Fazit: Heroes of Loot ist ein kleines, actionreiches und spaßiges Spiel, das meinen ersten positiven Eindruck bestätigt. Den Hauch von Arcade gepaart mit den kleinen Rollenspiel-Elementen zogen mich von Anfang an in den Bann – bis zur letzten Trophäe. Das ist aber auch gleichzeitig das große Problem: Für den Preis von 2,99 Euro inklusive Cross Buy darf man kein mit Inhalt-überladenes Spiel erwarten, sodass – zumindest ich – das Spiel nach der letzten Herausforderung weggelegt hatte. Den Reiz nach dem Highscore konnte Orange Pixel und Abstraction Games nicht entfachen.

Letztlich ist der Preis das entscheidende Kriterium: Wer nach einem günstigen und kurzweiligen Spiel für einige wenigen Stunde sucht, kann bedenkenlos bei Heroes of Loot zugreifen. Wer eher auf einen abwechslungsreichen Genre-Vertreter aus ist, ist hier falsch.

Lars Leidenschaftlicher Gamer, Ehemann und IT-Berater. Liebt seine PS Vita, seinen Hund und Wordpress. Seit 2011 Redakteur und seit 2013 Administrator und Webmaster von yourPSVita.

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