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Test – Element4l

Test – Element4l

0
Negativ
58% - 63%

Unser erster Eindruck war

Unsere Bewertung

18.06.2015 – Test

Das belgische 1-Mann-Studio I-Illusions konnte mir ihrem Platformer Element4l auf dem PC und Smartphones kleine Erfolge feiern. Dank Unity schafft es das Erstlingswerk nun auch auf unsere PS Vita. Seit dem 08. April steht das Spiel für 7,99 Euro im Store zum Download bereit. Wir haben Element4l ausprobiert und sagen euch, ob das bestehende Lob gerechtfertigt ist.

Kleines Tutorial

Der Start von Element4l steht unter keinem guten Vorzeichen. Nach dem 440 MB schwere Spiel geladen war, wollte es nicht starten: Beim Hinweisbildschirm bezüglich der Autospeicherung ist das Spiel hängen geblieben. Wie dem auch sei, beim zweiten Versuch hat es geklappt. Im Optionsmenü konnte ich die voreingestellte Sprache – Englisch – ändern. Unterstützt werden zahlreiche andere Sprachen wie Französisch, Italienisch, Niederländisch, Chinesisch und auch Deutsch – sehr löblich! Danach ging es gleich los mit dem neuen Spiel und dem Tutorial. Ihr spielt die namensgebenden vier Elemente Luft, Eis, Erde und Feuer. Angefangen mit Luft bekommt ihr gelehrt, wie ihr mit dem Charakter umzugehen habt: Mit einem Druck auf die Dreieckstaste steigt ihr in der Luft – dementsprechend fallt ihr auch automatisch herunter. Berührt ihr etwas zerplatzt ihr. Es folgt das Element Eis, bei dem ihr euch in einen Eisblock verwandelt und so den physischen Gesetzen der Schwerkraft unterliegt. Mit der Erde verwandelt ihr euch in einen Steinbrocken und mit einem Druck auf die X-Taste macht ihr euch noch ein Stück schwerer. Das Feuerelement (Kreis) schießt euch ein Stück vorwärts und lässt euch von Lava abprallen.

Physik-Platformer

Um das Ganze ein bisschen spannender zu machen, habt ihr eine Energieanzeige, die euch in der Anzahl der Wechsel bzw. Aktivierung der Fähigkeiten begrenzt. Um das Ende des Levels zu erreichen, müsst ihr euch auf die im Tutorial gezeigten Methoden besinnen und die verschiedenen Fähigkeiten verbinden. Zum Beispiel geht es mit dem Luft-Charakter in den Himmel, lasst euch als Stein schwer fallen und wechselt kurz vor dem Aufprall zum Eisblock, um mit der vorhandenen Steigung Schub zu bekommen und Schluchten und Löcher zu überqueren. Ganz im Zeichen der Physik hüpft ihr dann von Plattform zu Plattform. Sind die Elemente alle vorgestellt (oder auch nicht – Feuer wurde mir komischerweise nicht erklärt), geht es zum eigentlichen Spiel. Es erscheint eine kurze unkommentierte Videosequenz, die leider nichts aussagt und keine Hintergründe zur Story gibt. Danach folgt ein schönes Zitat, welches das zuvor angegebene Kapitel unterstreichen möchte. Nach kurzer Ladezeit geht es dann los.

Schon so weit?

In der ersten Spielstunde konnte ich zwei komplette Abschnitte spielen, die jeweils vier Level haben, und war damit augenscheinlich schon bei der Hälfte des Umfanges – vier Abschnitte werden im Spielmenü ersichtlich. Während der acht Level ist der Schwierigkeitsgrad merklich gestiegen. Geschick ist das Hauptmerkmal des Spiels: Schnell zwischen den Elementen wechseln, um im Ablauf weiter voran zu kommen. Allerdings ist mir schon jetzt die Monotonie aufgefallen, die Element4l aufgrund fehlender neuen Elementen bedient: Das meiste Pulver wurde bereits im Tutorial verschossen. Hoffnung macht da die Statistik am Ende, die euch eure verbrauchten Leben, eure Zeit und gefundene Geheimnisse anzeigt. Alles zusammen ergeben ein Ranking, welches gestaffelt ist auf Bronze, Silber und Gold. Heißt also, dass man sich schon mal für die Trophäen etwas anstrengen muss. Ebenso wird der Rennmodus für das Level freigeschalten. Was dahinter steckt, kann ich mir denken, hatte es aber noch nicht ausprobiert.

Nett

Anders ist es mit dem Soundtrack: Hier variiert I-Illusions sehr stark sowohl in der Anzahl als auch im Sound selbst. Die Elektroklänge werden harmonisch mit klassischen Tönen und einigen netten Soundeffekten ergänzt. So schafft man zusammen mit der schönen und einzigartigen, leicht körnigen Grafik eine schöne, friedvolle Atmosphäre. Ähnlich wie in Nihilumbra werdet ihr von einer stummen Stimme begleitet, die an diversen Passagen des Spiels erscheint. Allerdings hat sie keinen erzählischeren Wert, sondern beschreibt lediglich eure aktuelle Situation oder hat den einen oder anderen – zum Teil überflüssigen aber auch komischen – Spruch parat.

Nach der ersten Spielsession zeigt mir Element4l nur wenig, warum es meine Aufmerksamkeit verdient hat. Für den weiteren Verlauf habe ich große Bedenken, in der Monotonie und Sinnlosigkeit des Spiels stecken zu bleiben, auch wenn das Spielprinzip an sich interessant gestaltet ist. Schauen wir, wie es weiter geht.

Tendenz: Negativ.

Es bessert sich. Ein wenig.

Glücklicherweise bleibt es im weiteren Verlauf nicht so stark monoton, wie es die erste Hälfte des Spiels suggeriert. Besonders im letzten Abschnitt kommen viele Elemente, die nicht nur den Schwierigkeitsgrad deutlich anheben, sondern auch das Potenzial dieser Steuerung aufblitzen lassen. Schade ist nur, dass es bei diesen kurzen Momenten bleibt. Und, dass die rätselhaften Videosequenzen immer noch keinen geschichtlichen Kontext liefern, sodass man nach weiteren drei Stunden Spielzeit sich fragen muss, warum man Element4l überhaupt gespielt hat.

@Quarkcannon

Dafür konnte ich nun den Rennmodus ausprobieren, der insgesamt schön umgesetzt ist. Ihr habt die Möglichkeit, alle gespielten Level sowie 16 „Rennstrecken“ zu spielen, bei dem ihr gegen die Welt so schnell wie möglich ans Ziel kommen müsst. Eine wirklich tolle Idee ist, dass ihr einerseits gegen eine Bestenliste fahrt, andererseits ein Mr. Smooth als Geist euch begleitet. Und wenn ihr diesen besiegt habt, spielt ihr gegen den Entwickler selbst – in allen Leveln. Hier bekommt man einen schönen Anreiz, seine physikalischen Fähigkeiten zu trainieren und zu perfektionieren und erhält neben einer Herausforderung auch noch eine kleine Anleitung vom Entwickler persönlich.

Ziel verfehlt

Beim Soundtrack muss ich leider zurück Rudern: Dieser ist zwar variabel und vermittelt anfangs eine schöne Atmosphäre, allerdings wiederholt er sich stets in der gleichen Frequenz und das sogar innerhalb eines Levels. So hat man keine situationsabhängige Musikkulisse. Lachende Kinder bei steigender Lava passen einfach nicht zusammen. Hier hätte I-Illusions auf den Repeat-Knopf verzichten und seine Level mit geeigneten Musikstücken aufrüsten sollen.

Fazit: Wie anfangs bereits gesagt, verschießt Element4l viel Pulver bereits am Anfang des Spiels. Es schafft trotz der innovativen Spielmechanik nicht, mit weiteren Rätseln und Möglichkeiten für Abwechslung zu sorgen. Nur ganz am Ende des Spiels werden die Potenziale sichtbar – in meinen Augen leider viel zu spät. Die fehlende Geschichte wird kompensiert mit einigen Sprüchen, die manchmal komisch aber auch oft sehr aufgezwungen wirken. So verpasst es I-Illusions, eine Bindung zu unserem süßen kleinen Held aufzubauen. Auch wenn das Spiel bereits nach knapp drei Stunden durch ist, findet man im Rennmodus noch genügend Herausforderungen, die zum längeren Verweilen aber auch zum kurzen Spielen einladen. Besonders das Wettrennen gegen den Entwickler selbst ist eine schöne Idee. Atmosphärisch beginnt Element4l stark, lässt aufgrund der hier fehlenden Stimmung sehr schnell nach.

Letztlich ist Element4l ein solider Platformer, dessen Ruf er zumindest auf der PS Vita nicht gerecht wird. Wer den einen oder anderen Euro übrig hat, kann zu einem späteren Zeitpunkt zum vergünstigten Preis zuschlagen – Allerdings gibt es genügend Alternativen, bei denen man besser aufgehoben ist.

Lars Leidenschaftlicher Gamer, Ehemann und IT-Berater. Liebt seine PS Vita, seinen Hund und Wordpress. Seit 2011 Redakteur und seit 2013 Administrator und Webmaster von yourPSVita.

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