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Special – Mit der PS Vita zurück in die Zukunft #1

Special – Mit der PS Vita zurück in die Zukunft #1

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23.05.2012

Exakt 90 Tage sind nach dem Release der PS Vita hier in Deutschland vergangen. Seit drei Monaten soll Sonys neueste Kreation den Spielemarkt revolutionieren. Während die einen von einem innovativen Produkt mit großer Absatzmenge sprechen, sehen die anderen bereits den Untergang des Handhelds. Hat, hatte oder wird die PS Vita eine Chance in der Spielewelt haben? Wir sind der Frage nachgegangen und zeigen euch in unserem mehrteiligen Special auf, was war, was ist und was sein wird.

Teil 1 – Vor dem Release
Am 27. Januar 2011 wurde sie als Next Generation Portable vorgestellt. Groß wurde darüber diskutiert, ob die PS Vita gegenüber den Smartphones und Tablets eine Chance hat. Michael Pachter war davon überzeugt, dass der Handheld keine Chance gegenüber der riesigen Konkurrenz haben wird. Ganz aussterben wird der Handheld seiner Meinung nach allerdings nicht. Trotzdem: Erste Analysten gingen von 2,5 Millionen verkauften Geräten bis Ende März 2012 aus (Kazuharu Miura, SMBC Nikko Securities).
Von Anfang an betonte Sony, dass sie keine neue/alte Konkurrenz zu den Multifunktionsgeräten schaffen wollten.  Immer wieder wurden die Highlights des Handhelds wie der OLED-Bildschirm und der zweite Analog-Stick hervorgehoben, um zu zeigen, dass die Gaming-Community ein innovatives Gerät braucht, mit dem sie tatsächlich spielen können.

„Das ist eine größere Spielerfahrung. Wir glauben, dass uns das von der Konkurrenz unterscheidet“,

hieß es bei Sony.
Weitere Multimedia-Features wie das Abspielen von Videos, Musik, ein Webbrowser und das Schießen von Fotos sowie Social-Apps waren Pflicht, um den Trend eines Allrounders nicht zu verschlafen. Jim Ryan, CEO von Sony Computer Entertainment Europe, sagte dazu:

„Wir sagen, dass sie in erster Linie ein Gaming-Gerät ist. Sie wurde von Grund auf als Gaming-Gerät entworfen. Was sie am besten kann, ist das Abspielen von Videospielen.”

Selbstverständlich zog man Parallelen zur Playstation Portable, schon früh sahen die ersten Leute die PS Vita tot. Damals versprach Sony Chef Shuhei Yoshida, dass ihr neuester Handheld von Anfang an volle Unterstützung erhalten wird – sowohl von Sony als auch von Third-Party-Entwicklern:

„Vor dem Launch der PSP waren wir glücklich, dass wir es geschafft haben, auf der PSP Spiele auf PS2-Niveau zu bringen (…). Doch nach dem Launch und ein paar Jahre danach haben wir erkannt, dass schöne Grafik nicht alles ist. Vor allem wenn du größere und bessere Spiele auf der Heimkonsole spielen kannst (…). Nach dem Launch haben wir unsere Entwicklungsressourcen auf die PS3 gelenkt und aufgehört die PSP zu unterstützen. Andere Entwickler taten es uns nach.
Mit der PS Vita werden wir diese Fehler nicht noch einmal machen. Das heißt, wir werden sie über einen langen Zeitraum mit guten Titeln versorgen.“

Zur Tokio Gaming Show 2011 sprachen die Verantwortlichen von über  100 Spielen, die sich in Entwicklung befinden. Monatlich sollten zwei bis drei neue Titel erscheinen. Mit günstigen Dev-Kits sollten zudem zahlreiche Indie-Entwickler gelockt werden. Aber auch große Spieleschmieden profitierten von einfachen Werkzeugen, tollem Support seitens Sony und einem guten Handheld. Rob Neubner von Nihilistic Games, verantwortlich für Resistance: Burning Skies, war früh von dem Stück Hardware überzeugt:

„Es hat all diese Shader. Es hat diese CPU. Daher müssen wir uns im Vergleich mit den Arbeiten an der PlayStation 3 nur wenig umstellen.“

Viel deutete darauf hin, dass die PS Vita wirklich das Zeug hatte, den Spielemarkt zu revolutionieren. Spannende Features wie NEAR, Augmented Reality oder die Touchfunktionen, Multitasking, Cross-Play und Remote-Play mit der PS3 sowie die vielen begeisterten Stimmen auch von Third-Party-Entwicklern aber auch die zahlreichen angekündigten Spiele. Mit insgesamt 27 Launch-Titel aus fast allen Genre versprach der Release viel, Sony allein steuerte 8 Spiele bei.
Das Playstation Network sollte fester Bestandteil des Systems werden: Demos, Apps, Trailer und Spiele sowie Filme und Musik wollte man zur Verfügung stellen. Dabei versprach Sony, dass die Spiele mindestens 10% günstiger sein werden als im Handel. Bereits im PSN gekaufte PSP-Spiele sollten ohne Probleme auf der PS Vita abspielbar sein.

Doch wo auch Licht ist, ist auch Schatten. Bereits im Vorfeld war klar, dass viele Spiele ohne separate Memory Card nicht laufen werden. Da Sony wieder auf eine Eigenkreation setzte, waren die Speicherkarten teuer und die Speichermenge verhältnismäßig klein.  Mehrere PSN-Accounts konnte man ebenfalls nicht nutzen – es sei denn, man formatierte die PS Vita. Auch war das Surfen im Internet während des Spieles nicht möglich. Viele Spieler vermissten wichtige Franchise wie Monster Hunter oder Final Fantasy, welche bis heute zum Teil nicht angekündigt wurden. Auch das PSP-Passport-Programm stand in der Kritik, wollte Sony für ein bereits gekauftes Spiel eine weitere Gebühr für eine PS Vita-Version verlangen. Wichtige Social-Apps wie Skype oder Facebook waren nicht zum Release verfügbar. Auch die zu geringe Akkulaufzeit sowie der fehlende Mehrwert zum 3G-Modell wurden kritisiert. Das Weihnachtsgeschäft würde man in Europa und in den USA aufgrund fehlender Kapazitäten verpassen, was viele Kritiker als Fehler bezeichneten.

Und dennoch: Sony gab sich kämpferisch, davon überzeugt, viele Kunden von ihrem Produkt begeistern zu können.

„Wir glauben fest daran, dass die PSVita einen starken Start auf dem mobilen Spielemarkt hinlegen wird, dementsprechend haben wir große Ambitionen für unser neues, innovatives Produkt. Der Mobile Spielemarkt (…) bietet den Kunden nur sehr leichte Spiele. Wir haben die PSVita entwickelt, nachdem wir beobachtet haben dass es ein sehr wichtiges Defizit an tiefen, echten Spielen auf dem  Markt gibt, um das wir uns kümmern möchten.“

Lest in unserem nächsten Teil, was nach dem Release geschah:

Teil 2 – Nach dem Release

Lars Leidenschaftlicher Gamer, Ehemann und IT-Berater. Liebt seine PS Vita, seinen Hund und Wordpress. Seit 2011 Redakteur und seit 2013 Administrator und Webmaster von yourPSVita.

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1 Kommentar auf "Special – Mit der PS Vita zurück in die Zukunft #1"

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Alex
Gast

Sehr schöner Artikel! Freue mich auf die nächsten Teile.

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