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Interview: Behind The Stone

Interview: Behind The Stone

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Stellt euch ein Spiel auf der PS Vita vor, das direkt aus Deutschland kommt. Wäre das nicht fantastisch? Das junge Entwicklerstudio Behind the Stone aus Hamburg hat sich genau das zur Aufgabe gemacht und ist bereits fleißig dabei, ihren Platformer Sir Eatsalot fertigzustellen. Grund genug für uns, um das Dreiergespann rund um das Team und das Spiel zu fragen. Was dabei raus gekommen ist, lest ihr hier:

Zu Beginn die Standardfrage: Wer ist Behind The Stone?

„Behind The Stone“ ist ein kleines Indie-Studio aus Hamburg. Das Core-Team besteht aus den Gründern Slawa Deisling (Programmierung) und Monika Rider (2D Art). Für das aktuelle Spiel „Sir Eatsalot“ haben wir uns aber noch ein klein wenig Hilfe besorgt, da wir das Projekt alleine nicht stemmen können.

Wie lange entwickelt ihr schon Spiele? Wann und wie wurde die Idee zu Sir Eatsalot geboren? Und vor allem, wie seid ihr auf den Namen Sir Eatsalot gekommen?

Wir (Monika und Slawa) haben uns im Studium kennen gelernt und haben gemeinsam begonnen, kleine Spielideen umzusetzen, die wir nie veröffentlicht haben, um ein wenig in die Materie reinzukommen und einfach Erfahrung zu sammeln. Während dieser Zeit hat Slawa die Idee vorgeschlagen, ein Spiel über einen kleinen pummeligen Ritter zu machen. Die grundsätzliche Idee dafür hatte er schon während seiner Schulzeit, aber da sollte das eine Comic-Reihe werden statt einem Spiel. Der Name sollte „Sir Eatsalot“ sein – was ein Wortspiel darstellen und direkt die Persönlichkeit des Protagonisten beschreiben als auch das Setting festlegen sollte. Da wir stets weiter Erfahrungen gesammelt haben, hat sich auch „Sir Eatsalot“ im Laufe all dieser Zeit stets weiterentwickelt und ist zu dem geworden an was wir nun seit gut einem Jahr arbeiten:
Ein buntes 2D Adventure, exklusiv zugeschnitten auf die PS Vita.

Mit welcher Engine arbeitet ihr denn?

Das Spiel wird komplett mit Unity entwickelt.

In Anbetracht der eher bescheidenen Produktpolitik seitens Sony rund um die PS Vita, habt ihr euch entschieden, euer erstes Spiel in Europa und Amerika exklusiv auf den Handheld zu bringen. Warum? 

Mittlerweile wird das Spiel auch in Japan erscheinen! 🙂
Der Grund warum wir es exklusiv für die Vita machen ist das Gerät selbst. Zu Beginn war das Spiel für iOS gedacht und wurde dementsprechend auch so entwickelt. Damals hatte das Spiel auch noch einen ganz anderen Artstyle und das Spiel hat auch grundsätzlich etwas anders funktioniert. Es war einfach nichts besonderes und damit waren wir nicht gerade glücklich, also haben wir Grafiktablett und Tastatur liegen lassen und nochmal lang und breit das Spiel auseinandergenommen: Was soll es sein? Wie soll es funktionieren? Wie soll es aussehen? Wir haben uns viele Fragen gestellt und haben schnell festgestellt, dass wir die Plattform wechseln mussten. Die mobilen Plattformen (Smartphones/Tablets) würden unsere Wünsche nicht erfüllen können. Die Wahl fiel relativ schnell auf die PS Vita: sie hat all die Features die wir gebraucht haben.

Plant ihr einen weltweit gleichen Start?

Für EU und NA werden wir es gleichzeitig veröffentlichen, der Release in Japan folgt höchstwahrscheinlich einen Monat danach.

Wir alle wissen, dass Projekte nie so laufen, wie sie laufen sollen, insbesondere bei der Spieleentwicklung. Wo seht ihr eure größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung liegt in der Zeit. Das Core-Team besteht aus zwei Leuten und wir haben noch paar andere Helfer in den Bereichen Grafik und Programmierung, allerdings können die Leute nicht in Vollzeit an dem Projekt arbeiten, was natürlich die Geschwindigkeit in der Features und Assets erstellt werden beeinträchtigt. Mittlerweile haben wir einen einigermaßen guten Workflow ausarbeiten können (denken wir zumindest…), allerdings stellt es weiterhin ein grundsätzliches Problem dar.

Jeder Entwickler schwärmt von der Power der PS Vita und trotzdem sehen wir ständig Nachrichten von zu wenig Leistung. An welchen Punkten stößt ihr bei ihr auf ihre Grenzen?

Da unser Spiel sehr detailreich aufgebaut ist und dadurch sehr viele Sprites gerendert werden müssen, müssen wir hier und da aufpassen den Screen nicht mit zuviel Zeug vollzukloppen, aber grundsätzlich hatten wir nie richtig große Probleme. Hier und da wünschen wir uns etwas mehr Arbeitsspeicher, aber wir hatten bis lang nie den Fall die Flinte ins Korn zu werfen was bestimmte Features o.Ä. angeht. Die PS Vita kann natürlich keine Wunder vollbringen, aber das Gerät ist dennoch relativ mächtig.

Die Preisfrage: Wann ist mit einer Veröffentlichung zu rechnen?

Es wird auf das 1. Quartal 2016 hinauslaufen, einen genauen Termin können wir leider nicht nennen.

Gibt es denn schon eine grobe Richtung für den Preis?

So genau können wir das noch nicht sagen, es wird wahrscheinlich etwas um +- 10€ sein.

Ihr habt es selber erwähnt: Ihr seid noch jung und macht das Projekt nur als Nebenberuf. Werdet ihr von einem Publisher oder Investor finanziell unterstützt, um eure Kosten decken zu können?

Weder noch, wir stemmen sämtliche Entwicklungskosten selbst.

Viele PS Vita Spiele sind nur Zeit-exklusiv und werden nach kurzer Zeit auf anderen Plattformen veröffentlicht. Wie schaut es bei Sir Eatsalot aus?

Nicht geplant und auch an sich gar nicht angedacht. Wir müssten für andere Plattformen sehr viel umdenken und umstrukturieren und es würde ein komplett anderes Feeling erzeugen. Das Spiel ist komplett auf die PS Vita ausgelegt und soll es erstmal auch bleiben.

Könnt ihr uns einen Stand geben, wie weit ihr aktuell mit der Entwicklung seid?

Müssten wir eine Prozentzahl festlegen wäre das wohl bei ca. 40%

Welche Arbeiten müssen noch getan werden?

Programmiertechnisch ist es gar nicht mehr allzu viel Arbeit, im Grafik-Bereich ist allerdings noch einiges zu tun. Von Animationen bis Levelassets. Parellel werden Levelstrukturen ausgearbeitet. Danach setzt aber noch das Polishing an und wie viel Zeit das in Anspruch nimmt, können wir gar nicht genau sagen.

Hattet ihr aufgrund der aktuellen Geschlechter-Debatte auch an eine spielbare Dame gedacht?

Das haben wir leider nicht. Das liegt aber vielmehr daran, dass die Basisidee aus einem banalen Wortspiel entstanden ist, statt einer fundierten Abwägung des Geschlechts des Protagonisten.

Nun zum Spiel selbst: In welcher Spielwelt lebt Sir Eatsalot?

Sir Eatsalot lebt im Königreich Schlaraffen. Eine bunte und farbenfrohe Welt. Auch wenn das Spiel sehr viele Verbindungen zum Essen hat, wollten wir nicht zu sehr die „Candyland“-Schiene fahren sondern die Level eher mit Details füllen. Es gibt normale Büsche aber auch Donut-Blumen, gewöhnliche Wege aber auch eine Schokoladenhöhle. Uns ist wichtig, dass der Spieler beim Untersuchen der Umgebung diese Details selber feststellt und sich denkt: „Ha, das ja witzig!“

Was ist seine Mission?

Das Ziel ist die fiese Hexe Hysterica ausfindig zu machen und ihr das Handwerk zu legen, da sie das Königreich mit saurer Limonade vergiftet hat.

Welche Spielmechaniken habt ihr implementiert -> Platformer, Puzzle, Shooter?

Das Spiel ist grundsätzlich ein 2D Adventure mit starken Fokus auf Level-Exploration. Es gibt Platforming-Einlagen, allerdings geht es wirklich mehr darum die Level zu erkunden und mittels diverser PS Vita Hardwarefeatures zu interagieren, insofern wird es auch das ein oder andere Rätsel zu lösen geben.

Wie umfangreich plant ihr die Lokalisierung?

Die gesamte Textausgabe wird in die unterstützten Sprachen übersetzt.

Und welche sind es? 😉

Deutsch, Englisch und Japanisch.

Wie schaut es aus hinsichtlich einer Vertonung?

Eine Vertonung würde zum Spiel wahrscheinlich gar nicht so richtig passen, aber wir könnten uns die sowieso nicht leisten.

Zum Abschluss noch ein paar allgemeine Fragen: Wie seht ihr die Indie-Szene in Deutschland?

Insbesondere in den letzten Jahren ist die Indie-Szene in Deutschland kräftig am wachsen. In Deutschland finden so einige kleine als auch große Events statt die gezielt auf Indies zugeschnitten sind. Wir selber sind in der Szene vernetzt und organisieren sogar einen regelmäßigen Indie-Treff in Hamburg.

Euer Lieblingsspiel auf der PS Vita?

Murasaki Baby und die OlliOlli-Spiele.

Letzte Frage: Dreieck, Kreuz, Quadrat oder Kreis?

Kreis.

Wir danken Behind the Stone herzlich für das Interview und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg!

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