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ЯETRO Geschichten #2

ЯETRO Geschichten #2

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Guten Tag liebe Nutzerschaft.

An dieser Stelle werde ich Geschichten und Stories zum Besten geben, die sich rund um die alten Handhelds, Spiele und Retrokram drehen.

Heute: Speicher ohne Ende, Mangelware Speicherplatz

Früher™ waren die Zeiten noch Gut. Man hatte schlicht genug Platz. Und wenn die Spielzeuge im Regal überhand nahmen, dann wurde man vor die Wahl gestellt. Verkaufen, verschenken, wegwerfen…man hat sich von unliebsamen und kaputten Dingen getrennt.

Mit der PC-Ära hat plötzlich die Suche nach Speicherplatz begonnen. Die Festplatte hatte nur 100MB, das neuste DooM 2 benötigte 17MB davon, also musste man notfalls löschen. Disketten boten mit 1,44MB nicht wirklich viel Platz.

Die Sony Playstation machte den Kauf teurer CD-Laufwerke und Soundkarten überflüssig. Farbenprächtige Spiele in 3D mit Demos und Speicherkarten…da waren sie also wieder. Nicht nur, dass die Karten mit 50DM (25,56€) sehr teuer waren. Sie hatten kaum Platz.    SONY DSC

15 Slots. Die magische Zahl hängt noch heutige in den grauen Windungen meines Hirns fest. Und jedes Spiel belegte mindestens einen Slot. Gran Turismo sogar drei und andere Spiele mitunter mindestens zwei. Es gab in den seltensten Fällen auch Games, die FÜNF Slots belegten. Nicht erfreulich, gar nicht.

Die PS2 hatte dann die Nase vor, mit den 8MB-Karten war der Speicher mitunter kaum mehr zu füllen. Dafür gab es den großen Vorteil, dass die Karten transportabel waren.SONY DSC

Mit der PS3 konnte man dann zwar viel und jederzeit Speichern, waren schließlich riesige Festplatten verbaut. Aber wie sah es mit dem Transport aus? Ich habe es noch nie versucht, Spielstände aus meiner PS3 zu holen…ist das möglich? Übertragen auf neue Festplatten kann sie, habe ich schon gemacht.

Wobei so zwischen PS2 und PS3 die PSP rauskam. DA fing die Suche nach Speicher dann plötzlich wieder an. Zu diesem Zeitpunkt waren 512MB und 1GB die gängigsten und teuersten Modelle. 70 respektive 100 Euro wurde man los.

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Die Zeiten änderten sich zwar rasch. Aber Sony hatte mit den Memory Stick PRO Duo, eine eigene Produktion, den Stein für reichtum gesetzt. Lizenzabgaben sorgten für Umsatz, die Spieler schauten sich zu Recht bei SanDisk und Co. um.

Die Geschwindigkeit mit der die Größen zunahmen war extrem. Es müsste Ende 2007 gewesen sein, als ich für ultrateure 180 Euro die erste 8GB-Karte bestellt hatte. Diese kleine Karte auszupacken, mit diesem Wert dahinter, das war ein Erhabenes Gefühl. „Speicher satt“ dachte ich zu diesem Zeitpunkt.

Das wird für immer reichen. In der Tat, für mich persönlich war die Grenze der Zahlbarkeit und der Suche nach Speicher (scheinbar) abgeschlossen. Es ist nun keine PRO Duo mehr, die in meiner PSP ihren Dienst tut, sondern eine M2 mit passendem Adapter. Aber es sind immer noch nur 8GB.

Der Wahn nach mehr Speicher für die PSP war aber nicht nur größeren PSN-Downloads geschuldet, sondern auch den Raubkopien. Hatten die Spiele auf dem Game Boy noch 512KB so wuchsen die Spiele auf mitunter 700MB, teils auch 1GB an. Wer sich für diese Form des Spielens nicht interessierte war damit also aus dem Schneider.

Andere Zocker, oder Sammler, waren um den Kauf von 16GB, 32GB und mehr nicht herumzukommen. Aber das Problem war, die Karten waren trotz allem immer recht teuer. Selten rutschten die Preise unter 50 Euro.

Die PS Vita schien zunächst ein Segen. Speicherkarten waren das Optimum für die Nutzung. NVG-Cards, also Spielmodule hatten endlich eigene Slots. Nachdem Sony aber erkennen musste, dass die Karten vielleicht in den Regalen verstauben würden, kam man zum Entschluss die Blockbuster einem Speicherkartenzwang zu unterziehen.

Das eigene Format, wie damals bei der PSP, war dem vorzuziehen. Sony warf also „billige 4GB“ für 20 Euro auf den Markt und für die User war die Speicherproblematik erst einmal vom Tisch. Wie aber jede Technik, die sich weiterentwickelt, gilt das auch für die PS Vita, ihre Spiele und die Downloadwelt.

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Ich war seit langer Zeit nicht in der Szene, die PS Vita scheint was den ISO-Download angeht noch sicher zu sein. Heißt allerdings nicht, dass man keinen Speicher benötigt. Sony hat den PSN Store ausgebaut, die Spiele nehmen immer mehr und mehr Platz ein und Geschwindigkeiten werden schneller.

Doch die Nachfrage nach Speichermedien wurde kaum bedient oder gar wunschgemäß behandelt. Große Speicherkarten wollte Sony lange Zeit nicht herstellen. 32GB war das Ende der Fahnenstange, der Preis mit rund 96 Euro auch nicht sehr kundenfreundlich. 64GB hat Sony erst nach sehr langem Zögern angekündigt.

Das Problem bei dieser ganzen Thematik ist die gleiche wie bei den Festplatten. Inzwischen könnte sicherlich jeder Nutzer der Welt ein Regal haben, in dem Bergeweise Festplatten mit 160GB, 250GB und 500GB zusammenhängen und bis in alle Ewigkeit den Speicherhunger killen.

Aber Festplatten verschwinden. Wer bei Google eingibt „Warum gibt es keine billigen Festplatten“ oder „Wo gibt es Fesplatten für 10 Euro“, der wird schlicht nichts finden. Und mit Nichts meine ich keine Glücksauktion bei Ebay. Billigste Versionen sind z.B. 750GB für 42 Euro.

Wer heute (und damals) Speicher haben möchte, der muss investieren. Viel Geld. Dabei spielt es keine Rolle ob intern, extern, Karte oder Stick. Speicherpreise sind Abzockerpreise. Sie spiegeln nicht die Kosten der Produktion und Preisverfall gibt es nur in Relation zur Speichergröße, aber nicht bei aktuellen Modellen.

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Ist ein Medium zu alt und zu klein…es verschwindet. Und bitte sagt mir keiner, dass sämtliche 10 Millionen produzierte 100GB Platten aufgekauft sind. Auch wenn die Zahlen geschätzt sind, so ähnlich stelle ich mir das vor.

Zurück zur PS Vita. Kommen endlich die 64GB auf den Markt, in Europa, darf man sich zu Recht fragen, wie lange solch eine Karte den Ansprüchen genügt. Denn die Spiele werden größer. Mit 2GB – 8GB gibt Sony die NVG-Card an, größere sollen in Zukunft möglich sein. Nun muss es diese Reißer nur noch geben.

Auf der Xbox One, PS4 und dem PC kann man derzeit ganz gut sehen, was die Marschrichtung ist. Da werden Spiele veröffentlicht, die WAHNSINNIGE 50GB haben. Und das ist nicht mal alles! Sind die Titel erst einmal installiert, kommt der erste Patch mit 7GB durch die Datenleitung gesaust.

Die Zukunft wird also auch auf der PS Vita ihren Einhalt gebieten. Schon jetzt wachsen die Firmware-Updates an, die Patches pro Spiel erhöhen sich, dazu werden selbige auch größer und komplexer.

Apple kündigte erst kürzlich das iPhone 6+ an, mit momentan sagenhaften 128GB. Das ist bei einer 8MP-Kamera und ihren Full-HD Filmchen noch ganz ok. Aber der iPod Classic hatte schon 160GB, vor 10 (?) Jahren.

Inzwischen hat Samsung die SD-Karten auf den nächsten Stand gebracht. 512GB sollen auf die dünnen Bretten passen. Kosten wird der Spaß ab 2015 dann knappe 800 Dollar.

Die Jagd nach Speicher wird so schnell kein Ende finden. Schaue ich in meine kleine Kiste, fliegen da eine Unzahl an Sticks, Karten und Adaptern aller Couleur herum. Inzwischen kaum mehr zu gebrauchen, außer für den kleinen Datenaustausch. Mal hier nen Film draufkopieren, dort ein Fotoalbum zum weiterreichen, hier ein paar Dutzend Lieder. Aber im Prinzip ist das ja nichts Halbes und nichts Ganzes.

Wir haben heutzutage Speicher ohne Ende, aber dennoch ist es immer noch Mangelware.

Freut euch auf den nächsten Artikel: Pay2Win – Warum aktuelle Spiele weniger Spaß machen

Euer Alex

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